Thailand: Andamanen-Küste

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Ko Kho Khao verfügt über zwanzig Kilometer fast menschenleeren Strand entlang des Andamanensee.

Die Strandresorts haben zwar Internetanschluss und Sat-TV, und irgendwann am Nachmittag treffen auch die Tageszeitungen vom Festland ein. Doch wer auf Ko Kho Khao angekommen ist, interessiert sich nicht mehr für globale Finanz- und Wirtschaftsthemen oder das Wetter daheim. Auf der Insel gilt, ähnlich wie auf den Malediven, das Motto „No shoes, no news“.

Ko Kho Khao (KKK) verfügt über zwanzig Kilometer fast menschenleeren Strand entlang der Andamanensee, ein halbes Dutzend Resortanlagen, keine Sehenswürdigkeiten und viel, viel Ruhe. Tankstellen, Geldautomaten, Shoppinggelegenheiten oder Nightlife sucht man vergebens. So hält man sich die allermeiste Zeit in Strandnähe auf und benötigt tatsächlich kaum Schuhe. Auf Komfort muss dabei nicht unbedingt verzichtet werden: Das Andaman Princess Hotel und The Tacola Resort bieten Vier-Sterne-Service.

Zeitreise in die Siebziger

Die Ursprünglichkeit begeistert vor allem Westeuropäer und Skandinavier, die die Region seit vielen Jahren bereisen und mit etwas Wehmut auf Zeiten zurückblicken, in denen Phuket keine fünf Strandhotels hatte und, wie heute eben auf Ko Kho Khao, schwimmen, faulenzen, lesen und stundenlange Spaziergänge an einsamen Tropenstränden die Hauptaktivitäten waren.

Wer auf KKK dem Nichtstun nicht ganz verfallen will, kann sich zum Schnorcheln auf unbewohnte vorgelagerte Mini-Inseln kuttern lassen, oder aufs Festland zur empfehlenswerten Elefantensafari und unvergesslichen Landschaftseindrücken im Urwaldnationalpark Khao Sok. KKK liegt nämlich nur einen Speerwurf vom Festland entfernt, was angesichts der Ursprünglichkeit der Insel mehr als verwundert. Die Autofähre benötigt keine zehn Minuten für die Überfahrt zum Anleger beim quirligen Fischmarkt von Ban Nam Khem.

Südlich von Ban Nam Khem beginnen die 30 Kilometer langen Strände von Khao Lak. An den populären Strandabschnitten Sunset, Nang Thong und Bang Niang verzeichnet man heute mehr Resorts und Urlauber als vor dem Tsunami von 2004. Gut, dass man sich an den Traumstränden von Khuk Khak, Laem Pakarang und Bang Sak mit dem Wiederaufbau mehr Zeit gelassen hat. Nur eine Handvoll Vier- und Fünf-Sterne-Hotels, darunter das neue Cher Fah Resort, vermögen die ursprüngliche Atmosphäre kaum zu (zer-)stören.

Essen in Naiton, Bang Tao oder in Kamala

Sogar auf Phuket hat sich manch Altes bewahren können. Zum Beispiel die günstigen Privatpensionen und Restaurants in Naiton, Bang Tao oder in Kamala. Im Charoen Seafood Restaurant im mittleren Teil von Kamala Beach wird immer noch so authentisch gekocht, dass Einheimische die einstündige Autofahrt von der Inselhauptstadt nicht scheuen. Im dazugehörigen Duan’s am Strand brutzelt und köchelt es in einer Garküche, in der die leckersten Thai-Gerichte entstehen. Es gibt noch viele solcher Duan’s auf Phuket. Einfach den handgemalten Schildern mit Aufschriften wie „This way go Beach. Have Food, Have Drink, Banana Pancake, Umbrella“ folgen!

Lifestyle-Katastrophen

Als wesentlich trendiger hingegen verstehen sich die „Beach Club“ oder „Beach Lounge“ genannten Lifestyle-Buden, die in der Nähe von einigen Luxushotels entstanden sind. Hier kostet allein der Liegestuhl ab 300 Baht pro Tag. Der wirkt zwar irgendwie stylish, entpuppt sich in der Regel aber als sehr unbequem.

Mit misslungenen Tapaskopien oder Seafood Platter American Style (im Gourmetparadies Thailand!) erlebt der Kunde nicht nur „a new lifestyle of dining experience“ (Original-Werbetext), sondern auch, wie schnell seine Reisekasse aufgebraucht sein kann. Zur Ehrenrettung der Thais muss gesagt werden, dass hinter diesen Geschäftsideen fast durchweg ausländische Ideengeber stecken, die sich stark an der Clubszene in Europa und Fernost orientieren.

Ihr Konzept hat mit dem Lifestyle zum Beispiel im Luxusstrandresort amanpuri absolut nichts zu tun. Milliardenschwere Investoren mit einschlägig bekannten Megaprojekten und künstlichen Urlaubswelten im Mittleren Osten haben Thailands Andamanenküste entdeckt. Von kleinen Garküchen und naturbelassenen Stränden ist in ihren Verkaufsprospekten nicht die Rede. Eher von abgeschirmten Resort- und Villenrefugien, von Liegeplätzen für 70-Meter-Yachten und Heli-Golfing.

Die Finanzkrise soll Ihnen (zumindest vorerst) einen Strich durch die Rechnung gemacht haben, entnehmen wir der einzigen Zeitung, die uns auf Ko Kho Khao zufällig erreicht hat. Good news! (Text & Fotos: Kurt Peter 2/09)

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