Utah im Winter: Rote Canyons und Cowboywinzer

Canyon im Winter
Canyon im Winter
Der Grand Canyon gehört in den USA zu den beliebtesten Reisezielen. fliegen-sparen.de zeigt, warum er tatsächlich ein Muss auf Reisen in den Westen der Vereinigten Staaten ist.

Natur live erleben: Arches und Canyonland Nationalparks!

Ranger Rob Lorenz hat eine Doppelfunktion. Er führt Besucher sowohl durch den Arches NP als auch durch den benachbarten Canyonland NP im kühlen, trockenen Süden des US-Staates Utah. Das nicht nur im Sommer: Er geht mit seinen Gästen auch im Winter auf Tour, wenn Schnee liegt.

Utah Im Winter: Zauberhaft!

Der Arches NP erklärt schon im Namen, dass es hier viele in Jahrmillionen entstandene Torbögen aus rotem Sandstein gibt. Die hoch aufragenden Tafelberge – sie wirken wie gigantische Hackblöcke – sind die andere Attraktion des Parks. Arches und Canyonland bleiben beide auch im Winter geöffnet, die Straßen durch die Parks werden ständig vom Schnee befreit. Im Winter geht von der Landschaft ein besonderer Zauber aus. Der Weg in die Höhe führt über Flächen, die wirken, als seien sie treppenähnlich übereinander gestapelt. Wenn Schnee gefallen ist, folgen dabei rote auf weiße Streifen. Das erinnert an Erdbeerkuchen mit Sahne.

Utah-State-Park & Dead Horse Point State Park

Der Utah-State-Park hier im Roter-Sandstein-Land wird besucht, weil vom Aussichtspunkt aus der Zusammenfluss von Green- und Coloradoriver besonders gut zu sehen ist. Die Flüsse, gut einen Kilometer tiefer, schlängeln sich so durch ein Felsplateau, dass das Gewirr an Spaghetti erinnert, die von der Gabel gefallen sind und sich jetzt auf der Tischplatte kringeln. Wie drüben im Canyonland haben sich die Flüsse auch hier tiefe Schluchten gegraben. Der Dead Horse Point State Park ist wegen einer Legende, die es zu diesem Aussichtspunkt gibt, in ganz Utah bekannt geworden. Hier oben auf einem sehr kühlen, aber sehr trockenen Bergrücken wurden früher Pferde zusammengetrieben, um zu grasen. Irgendwann aber vergaß jemand, die Tiere von einer eingezäunten Weide zur nächsten zu treiben. Die Geschichte endet mit dem Hinweis, dass die eingesperrten Pferde von hier oben zwar das Wasser sehen konnten, aber keine Chance hatten, es zu erreichen. Zwischen ihnen und dem Fluss gab es nur die fast senkrecht abfallende kilometerhohe Felswand.

„The Maze“: Willkommen im Labyrinth!

„The Maze“, das Labyrinth, ist der Beginn der Canyon-Landschaft, zu welcher der gewaltige Stausee Lake Powell an der Grenze zwischen Utah und Arizona, der Grand Canyon und Lake Mead vor dem Hoover Dam bei Las Vegas gehören. Die vielen Sandsteinsäulen, die Bögen und die Tafelberge sind über Jahrmillionen durch Erosion entstanden. Was fehlt, hat die Natur ausgewaschen. Säulen entstehen, wenn Bögen zusammenbrechen, Tafelberge, wenn der Sandstein drum herum weicher ist. Hier in der Nachbarschaft von Monument Valley fand Hollywood Drehorte für berühmte Filme, etwa für den John-Wayne-Klassiker „Der schwarze Falke“. Spielberg drehte im Arches NP „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“, und auch wer „Zurück in die Zukunft III“ gesehen hat, wird hier Filmlandschaften wieder erkennen.

Der Cowboy ohne Pferd

In dieser Gegend gibt es auch ein herausragend bestücktes Filmmuseum zu den Hollywoodproduktionen, die in dieser unwirklichen Umgebung entstanden. Colin Fryer hat es im großflächigen Untergeschoss seiner Ranch, deren Hauptgebäude auch gleichzeitig als Gästehaus und Restaurant dient, eingerichtet. Er gilt hier – zu recht – als einer der unternehmungslustigsten Pioniere. An Weinanbau war im vorolympischen Utah nicht zu denken. Deshalb staunen viele Touristen, die wegen der einzigartigen Felsenlandschaft der Nationalparks im Süden von Utah in die Gegend um das Städtchen Moab gefahren sind, wenn die Straße unvermittelt durch den Weinberg führt, den Fryer hier angelegt hat: „Ich bin der Cowboy-Winzer“, sagt er stolz, wenn er Besucher in den (im Winter) verschneiten Weinberg gleich hinter seiner Gäste-Ranch führt.

Fels-Wein aus dem Mormonen-Staat

Der Clou sind nun die Utah-Weine, die von hier kommen. Inzwischen erzeugen der „Cowboy-Winzer“ und sein Sohn jährlich 28 .000 Flaschen eines durchaus beachtlichen Weins, der in vielen Hotels von Utah ausgeschenkt wird. Ein Wein aus Utah, dem trockenen Mormonen-Staat – das fasziniert die Einheimischen wie die Touristen gleichermaßen. Auch das Utah-Bier wurde zunächst als Gag empfunden. Das änderte sich, als die neu gegründete Brauerei von Salt Lake City ständig auf der Siegerliste bei Verkostungen stand.

Alt-Bier aus Utah

Auf einem Bierkongress stimmte sogar ein namhafter Braumeister aus Düsseldorf für das Alt-Bier aus Utah als bestes Alt überhaupt und damit gegen Favoriten aus Düsseldorf und den Niederrhein. Unglaublich! Noch erstaunlicher ist: Nicht etwa ein gestandener Braumeister aus der Herrenriege dieser Zunft hatte das prämierte Alt gebraut, gesiegt hat eine junge Frau. Sie verdankt den Erfolg letztendlich den Mormonen, die Abstinenz predigen. In Utah eine Bierbrauerei aufzumachen, war undenkbar. Erst als die Gesetze geändert wurden und fortan Cola nicht mehr das stärkste Getränk in Restaurants war, konnte eine Brauerei gegründet werden. Nur eines fehlte verständlicherweise: ein Braumeister. Diesen Beruf gab es in Utah bis dahin nicht.

Der Braumeister ist eine Frau

Ein gestandener Brauer war nicht zu finden, aber zum Glück meldete sich Jennifer Talley. Sie war über das Do-it-yourself-Brauen zuhause zu ihrer großen Leidenschaft gekommen: der Bierherstellung. Entsprechend studierte sie Brauwesen und suchte gerade eine Anstellung, als das „Squatters“ eröffnet werden sollte. Sie nutzte ihre Chance. Im „Squatters“ – die Brauerei wurde nach den ersten Siedlern benannt – gab es bald alles, vom Pils über Lager und Export, Kölsch und Weißbier, Stout und Ale, alles in einer Qualität und Geschmacksfülle, die Amerikaner so nicht gewöhnt waren. (Text: Ursula Meister & Armin E. Möller, 1/11)

Bild: pixabay.com

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