Florida: Das andere Orlando

Sicher, Orlando ist die unangefochtene Welthauptstadt der Themenparks. Doch wer sich nur auf Mickey Mouse & Co. beschränkt, verpasst großartige Erlebnisse in freier Natur. fliegen-sparen.de auf Streifzug durch Orlando.

Ob auf dem Canopy Cycle, beim Airboat-Fahren oder beim Schwimmen mit Manatees in freier Wildbahn – in und um Orlando locken viele vergnügliche Möglichkeiten, Floridas einzigartige Flora und Fauna zu erkunden. Eine der atemberaubendsten Attraktionen beginnt ganz unspektakulär. Nur eine knappe Autostunde von Orlando entfernt liegt der Blue Spring State Park. Auf dem überschaubaren Besuchergelände des Parks, das eher an einen weitläufigen Picknick-Platz erinnert, findet sich keine Spur von der geschäftsmäßigen Fröhlichkeit der Funparks. Hier wird niemand „durchgeschleust“. Selbst erkunden heißt die Devise. Schon vom Boardwalk aus, einem Holzplankenweg entlang eines kleinen, smaragdgrün schimmernden Wasserlaufs, sind die „Sanften Riesen“ zu sehen. Manatees, zu Deutsch „Karibische Rundschwanzseekühe“, brauchen es immer warm.

Aus diesem Grund bevölkern sie zwischen November und April zu Dutzenden den nur wenige hundert Meter langen Lauf zwischen der „Blue Spring“-Quelle und dem St. Johns River. Das Wasser ist hier das ganze Jahr über konstant 22 Grad Celsius warm. Der absolute Höhepunkt ist der Februar, wenn die Temperatur des umgebenden Flusssystems auf bis zu 10 Grad fallen kann. Dann tummeln sich hier bis zu 300 Manatees. Unaufgeregt, aber voller Engagement, erzählen Park Ranger und Life Guards von den Lebensgewohnheiten ihrer Schützlinge und den Bedrohungen, denen sie ausgesetzt sind. Fast alle Seekühe haben lange Narben auf dem Rücken, die von Verletzungen durch Bootsschrauben herrühren.

Schwimmen mit Manatees in Florida

Besonders Wagemutige, die sich entschließen, von einer kleinen Beobachtungsplattform aus schwimmen zu gehen, werden aufgefordert auszuweichen, wenn sich ihnen eine Seekuh nähert. Es soll keine Interaktion stattfinden. Einerseits, um die Seekühe nicht an den Menschen zu gewöhnen, andererseits, um alles zu vermeiden, was sie in ihrem natürlichen Rückzugsraum irgendwie stören könnte. Wer sich im Wasser zu schutzlos fühlt, kann sich auch per Kanu auf den Weg machen. Nähern sich Manatees, fordern einen die Ranger vom Ufer aus auf, die Paddel einzuholen.

Wir halten uns an einem überhängenden Ast fest, um nicht abgetrieben zu werden, und zwei Seekühe tauchen scheinbar äußerst neugierig wiederholt unter unserem Boot hindurch. Eine von ihnen, später erfahren wir, es ist Amy, die „ganz gerne mal eine kleine Showeinlage bietet“, dreht sich an der Oberfläche auf den Rücken, ganz so, als wolle sie uns mit ihrer Flosse zuwinken. Doch gleich, ob schwimmend oder paddelnd: Freilebenden, kolossalen Wildtieren, die bis zu 4 Meter lang und bis zu einer halben Tonne schwer werden, in ihrem natürlichen Lebensraum so nahe zu kommen, ist wohl das spektakulärste Erlebnis, das Florida zu bieten hat.

Cypress Canopy Cycle: Per Rad durch die Wipfel

Weniger nervenaufreibend, aber auf seine Art mindestens ebenso einzigartig, ist die Weltneuheit „Cypress Canopy Cycle“, die von Florida Eco Safaris auf dem Gelände von Forever Florida angeboten wird. Forever Florida ist ein spendenfinanzierter Naturpark, der sich dem Schutz des ursprünglichen Ökosystems in Florida verschrieben hat. Auf einem Teil des Parks werden neben geführten Ausflügen hoch zu Ross bereits Ziplining Touren angeboten. An Drahtseilen hängend schwebt man in Baumwipfelhöhe von Plattform zu Plattform. Das macht Spaß, aber die Geschwindigkeit verhindert, dass man allzuviel Details von der Natur mitbekommt. Und die ist durchaus einen genaueren Blick wert.

„Deshalb haben wir den Cypress Canopy Cycle entwickelt“, erklärt Matt Duda von Florida Eco Safari. Auf Deutsch heißt das in etwa soviel wie „Radweg durch die Baumkronen“. Gemeint ist ein Rundkurs aus Drahtseilen, an denen fahrradähnliche Gefährte hängen. Mit ihnen bewegt man sich, ebenfalls auf Höhe der Baumwipfel, durch den Wald, allerdings ist man stets Herr über die Geschwindigkeit und kann nach Belieben anhalten. Und ist erst einmal dichter Wald erreicht, gibt es dazu jede Menge Gelegenheit. „Der Mikrokosmos der Baumwipfel ist wirklich erstaunlich. In jedem befindet sich ein ganz eigenes kleines Ökosystem. Von Pilzkolonien über Farne bis hin zu Bromelien“, erklärt Duda. Je gemächlicher man fährt, desto mehr wird man entdecken. Insofern eine ganz untypische, aber umso schönere Unternehmung im Land des größer, schneller, weiter.

Drachen-Tandemflüge auf der Wallaby Ranch

Allerdings müssen sich auch Adrenalin-Junkies nicht langweilen. Auf der Wallaby Ranch werden Drachen-Tandemflüge geboten. Ganz Florida ist ziemlich flach. Einen Berg, der hoch genug wäre, um selbsttätig mit dem Drachen zu starten, gibt es nicht. Auf der Wallaby Ranch werden die Drachen deswegen von kleinen Motorflugzeugen auf die erforderliche Höhe gezogen. Eine Vorstellung, die gewöhnungsbedürftig scheint. Doch beim Blick auf die supermoderne Ausrüstung und im Gespräch mit Malcolm Jones, dem Gründer der Ranch über seine Passion, verfliegen alle Bedenken im Nu.

Dem Boden weit weniger entrückt ist man bei der nächsten Outdoor-Attraktion. Boggy Creek ist nur zehn Autominuten von Orlandos internationalem Flughafen entfernt. In Boggy Creek werden Fahrten mit dem Airboat auf dem Lake Toho angeboten. Sicher, die Everglades liegen viel weiter südlich, aber deren Wasser kommt von hier, und auch der Artenreichtum kann sich sehen lassen. So leben etwa allein im seichten Gewässer des Lake Toho schätzungsweise vier bis fünftausend der Alligatoren. Und nach der luftigen Erkundung ihres sumpfigen Habitats, kann man sie an der Anlegestelle von Boggy Creek auch noch gleich verkosten. Der Schlager des Restaurants ist das Fleisch der archaisch anmutenden Reptilien – frittiert und mit Remoulade oder Ketchup. (Text: Lutz Kaulfuß- 1/12 – Bild: AFR)

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