Geheimtipp Italien: Kalabrien entdecken

Kalabrien: Italiens Stiefelspitze bietet knapp 780 Kilometer Meeresküste.
Kalabrien: Italiens Stiefelspitze bietet knapp 780 Kilometer Meeresküste.

Die südliche Stiefelspitze Italiens ist noch ein kleiner Geheimtipp. Mit fliegen-sparen.de Kalabrien erkunden.

„Ich könnte mir heute gar nicht mehr vor stellen, irgendwo anders zu leben als in Kalabrien“, sagte Tania, unsere Dolmetscherin, eine Mittelfränkin, die seit 20 Jahren hier zu Hause ist. „Hier erreichst du schnell die Strände sowie die Berge mit unberührter Natur, triffst überall gastfreundliche Menschen und wirst mit kulinarischen Köstlichkeiten und gutem Wein verwöhnt“, so unsere Reisebegleiterin weiter.

Wer selbst Kalabrien bereist hat, kann ihre Begeisterung wohl verstehen und nachvollziehen. In diesem südlichsten Gebiet an Italiens Stiefelspitze gibt es abwechslungsreiche Landschaften, vor allem Hügel und Berge (bis über 2000 m Höhe), aber auch etwas Flachland und knapp 780 Kilometer Meeresküste. Flora und Fauna sind vielfältig und abwechslungsreich: Pinien- und Buchenwälder, Lornica-Kiefer, eine der ältesten Baumarten Europas, sowie Olivenhaine, Orangenplantagen und verschiedene Weinreben.

Nur hier gedeiht die für Kalabrien typische Zitruspflanze, die Bergamotte. In den Küstenregionen von zwei Meeren (Tyrrhenisches und Ionisches Meer) wachsen Palmen, Kakteen, Opuntien, Agaven und Eukalyptus. Aus dem Meer fischt man reichlich Schwert- und Thunfisch, in den Bergen sind Füchse, Hasen und Wildschweine beheimatet. Aber Wölfe, Wildkatzen, Greifvögel und Schlangen können einem vielleicht auch begegnen.

Zum Schutz für Flora und Fauna wurden drei Nationalparks eingerichtet: bei Pollino, im Norden, ein majestätisches Dolomitenmassiv, in der Mitte, bei Sila, sanftere Bergkuppen mit dichten Wäldern und Seen und im Süden, Aspromonte, zerfurchte Berge mit Wasserfällen. Was die meisten Urlauber anzieht, ist natürlich das kristallklare Meerwasser, mit weiten Sandstränden, kleinen versteckten Buchten und garantiertem Sonnenschein.

Trotz all seiner vielen und schönen Naturgegebenheiten ist die Region Kalabrien touristisch eher wenig erschlossen: für viele eindeutig ein Vorteil und eine Grundvoraussetzung für einen erholsamen Urlaub. Große Hotels sind hier kaum vorhanden. Man kann sich viel mehr in netten kleinen Pensionen oder schönen Ferienwohnungen verwöhnen lassen.

Kunst & traditionelles Handwerk Kalabriens

Im traditionellen Handwerk Kalabriens findet man heute noch all die Einflüsse der Völker, die dieses Gebiet im Laufe der Jahrhunderte bewohnten, wie die Griechen, Araber und Byzantiner. Glaskunst und Keramik, Textilien aus Seide, Damast und Samt, Gebrauchsgegenstände und Möbel aus Korb und Stroh, Küchengeräte und Kleinmöbel aus Holz sind genauso charakteristisch wie Schmiedeeisen und Kupfer für die Architektur.

Bei der verführerischen Auswahl haben Souvenierjäger die Qual der Wahl. Unter den über 1100 kalabresischen Gold- und Silberschmiedewerkstätten ist heute sicher die berühmteste die Werkstatt von Gerardo Sacco in Crotone. Der Meister arbeitete bereits mit dem Regisseur Franco Zefirelli zusammen, indem er Stars wie Liz Taylor, Glenn Close, Monica Bellucci, Isabella Rossellini u. a .für ihre Filmrollen mit edlen, historisch authentischen, Schmuckstücken ausstattete. Für angemeldete Gruppen öffnet er sogar seine Werkstatt.

Kalabriens Norden: Vom Nationalpark Pollino bis Tropea

Der internationale Flughafen Lamezia Terme liegt etwa in der Mitte Kalabriens, an der Tyrrhenischen Küste. Von hier können Entdeckungs-Touren und Ausflüge, mit Fahrrad, Auto oder Bus, nach Norden oder Süden unternommen werden – die beiden Routen sind auch als Rundreise kombinierbar. Im nördlichen Teil sind besonders sehenswert: Natur pur im Nationalpark Pollino, dazwischen die Städte und Ortschaften wie Morano Calabro mit einem intakten mittelalterlichen Ortskern, steilen Bergstraßen und der eindrucksvollen Barockkirche Collegiata di S. Maria Maddalena mit dem gotischen Altar von einem venezianischen Meisters.

Altomonte entwickelte sich im 14. Jahrhundert zu einem wichtigen Kunstzentrum und ist bis heute ein „Schatzkasten“ der Gotik. Cerchiara di Calabria besitzt mehrere Grotten mit Warmwasserquellen. Cosenza, die größte Stadt Kalabriens, früher „Athen Kalabriens“ genannt, ist nach umfangreichen Sanierungsarbeiten zum neuen Leben als moderne Universitätsstadt erwacht. Im hiesigen Dom befindet sich das Grabmal der Isabella von Aragon.

In der Mitte der Region lieg das Sila-Gebirge, die grüne Lunge Kalabriens, mit bewaldeten Hochebenen und weiten Seen. Neben Wanderern kommen hier auch Reiter gerne her: Man kann die Gegend zu jeder Jahreszeit auf dem Pferderücken entdecken. In der kalten Jahreszeit bietet die Gegend Wintersportlern viel Freude. Die Provinzhauptstadt Crotone (griechisch Kroton) war eine der reichsten Siedlungen der Magna Graecia, gerühmt für die Schönheit der hier lebenden Frauen. Im 6. Jahrhundert v. Chr. lebte hier der berühmte griechische Philosoph, Mathematiker, Religionsgründer und das Universalgenie des Altertums: Pythagoras.

Capo Rizzuto, das ehemalige kleine Fischerdorf Le Castella, mit goldgelben Sandstränden, verwandelte sich zu einem wahren Touristenparadies. Vor allem Wassersportler können hier ihre Leidenschaft ausleben. Um die noch vorhandene intakte Küste und die einmalige Unterwasserwelt zu schützen, wurde 1991 hier die Riserva Naturale Marina eingerichtet.

Catanzaro ist nicht nur Mittelpunkt der ehemaligen Grafschaft Ruffo, sondern heute auch die Hauptstadt von Kalabrien. Capo Vaticano: Sanfte, helle Sandbuchten, duftende Pflanzen, kristallklares Wasser gepaart mit besonders hochwertigen Hotels und Clubanlagen. Hübsche Altstädte wie Nicótera, Pizzo, Serra San Bruno und Tropea laden zum Besichtigen und Verweilen ein. Pizzo erhebt sich auf einem Fels über der Meeresbucht Golfo di Sant’Eufemia.

In den örtlichen Eisdielen wird die hier erfundene, bekannte Eisspezialität „tartuffo“ serviert. Die Schokoladen-Nuss-Eiskugel mit flüssiger Schokocreme gefüllt und Kakaopulver bestreut, sieht wie ein Pilz aus und schmeckt wunderbar. Tropea zählt zu den beliebtesten Urlaubsorten Kalabriens, die „Hochburg der Deutschen“, sagt unsere Dolmetscherin: ein altes malerisches Städtchen auf einem Felsplateau über dem Meer. Die Altstadt mit zahlreichen Cafés und Boutiquen lädt zum Flanieren ein.

Der Süden Kalabriens: Von Aspromonte bis Scilla

Die Provinz Reggio di Calabria hat die höchste Bevölkerungsdichte der Region und ist voller Gegensätze. Im Zentrum liegt das Bergmassiv Aspromonte mit seinen bizarren Felsgebilden und engen Tälern. Die typischen Wasserfälle, „Fiumare“ genannt, sind im Sommer oft ausgetrocknet. Ein weiteres Charakteristikum auf der tyrrhenische Küstenseite sind die fruchtbaren Terrassen. Wegen der Lichtreflexe, die besonders bei Sonnenuntergang das Meer färben, heißt es hier Costa Viola.

Die ehemalige Hauptstadt von Kalabrien, Reggio Calabria, mit den schönen Palästen im Stil Liberty, gehört zu den hinreißendsten Städten Süditaliens. Der Dom, die größte Kirche in Kalabrien, im neoromanischen Stil errichtet, ist stolz auf seine barocke Kapelle und auf die vielen Kunstwerke sowie die traditionellen Goldschmiedewerke.

Von dem aragonischen Kastell stehen heute nur noch zwei Türme und ein Teil der Mauer. Die Via Marina bietet den schönsten Spaziergang in der Stadt, mit wunderbarer Aussicht auf Sizilien. Scilla, mit seinem erhobenen Kastell, bietet ein beeindruckendes Panorama. Im Fischer-Viertel Chianalea mit den engen romantischen Gässchen, den wunderschönen alten Häuschen, den außergewöhnlichen Brünnlein, fühlt man sich ins Mittelalter versetzt. Alles in allem: eine entspannte und erholsame Zeit, die zum Wiederholen verführt. (Text: Maria Lujza Brandt 1/12 – Bild: 123rf)

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