Reise durch Vietnam – von Hanoi bis Saigon

Vietnam Hanoi Saigon
Schrill, bunt, aber beschaulich: Im Cai Dai Tempel

Freundliche Menschen, quirlige Metropolen und weite Strände locken Touristen in das Land. Eine Reise durch Vietnam vom Norden bis zum Süden mit fliegen-sparen.de

Charmantes Laissez-faire und sozialistische Regelwut, melancholische Sehnsucht nach längst vergangener Größe und genügsame Heiterkeit in bescheidenen Alltagsverhältnissen – mit ihren Widersprüchen ist Hanoi die wahrhaft würdige Hauptstadt eines der facettenreichsten Länder Südostasiens. Das Herz der an Sehenswürdigkeiten so reichen Hauptstadt Vietnams schlägt immer noch, oder besser: schon wieder, im alten Geschäftsviertel.

Vom Lampion bis zum Grabstein, hier kann man alles erstehen, sofern man nur in die richtige Gasse einbiegt. Denn im 13.Jahrhundert ließen sich 36 Handwerksgilden hier nieder und zwar jede in einer eigenen Straße. So ist das beliebteste Viertel Hanois auch heute noch als 36 Pho Phuong (36 Straßen) bekannt. Ein Streifzug durch die quirligen Straßen, die sich in winzige Gassen verlieren und unversehens zu umtriebigen Plätzen weiten, gerät immer wieder zu einer farbenprächtigen und sinnenfrohen Zeitreise in die Vergangenheit der Stadt.

Die Aufteilung der Straßen nach Handwerksgilden überdauerte Jahrhunderte.

Sie hat sich auch während der Kolonialzeit und durch allerlei Kriegswirren bewährt und selbst die schlimmsten Attacken des Sozialismus auf die Privatwirtschaft überlebt. Spätestens mit Moi Doi, der vietnamesischen Perestroika, und der Erhebung der Altstadt Hanois zum Weltkulturerbe durch die UNESCO besann sich allerdings auch die Obrigkeit wieder auf zwischenzeitlich bekämpfte Traditionen und bemüht sich, das alte Gepräge des Viertels zu schützen. Das alte Handelsviertel ist längst wieder zu einer der Hauptattraktionen der Stadt avanciert. Vor freilichtmusealem Charakter blieb es trotzdem bewahrt. Dafür ist das Viertel zu bodenständig und geschäftig. Dies garantiert die Stellung der Altstadt Hanois als ein weltweit einzigartiges Zeugnis gelebter Tradition.

Küste, soweit das Auge reicht

Im Gegensatz zu Hanois Altstadt stehen die vielen Hotelneubauten entlang der vietnamesischen Küste. Und die ist lang, sehr lang sogar. Genauer gesagt umfasst die Küstenlinie rund 3.400 km. Genügend Platz, dass zahlreiche Baufirmen in den letzten Jahren modische Resorts in den aufstrebenden Badeorten verwirklichen konnten. Denn Vietnam setzt verstärkt auf den Tourismus und krempelt so manchen Küstenabschnitt kräftig um. Längst kann sich der internationale Jetset nicht nur an Stränden von Danang, Phan Thiet oder Nha Trang sonnen. Das waren die Ferienspielwiesen, auf die sich die erste Generation von westlichen Touristen stürzte. Längst rollt ein zweiter Wirtschaftsboom in Vietnam, quasi Doi Moi 2.0. Neue Reiseziele, wie etwa Dong Hoi oder die Inselgruppe Con Dao, zeigen dies eindrucksvoll.

Am augenscheinlichsten ist die Entwicklung in den bunten Katalogen deutscher Reiseveranstalter zu besichtigen. Da fast quartalsweise neue Hotels eröffnen, schwirrt es in den Katalogen nur so von neuen Häusern. Doch statt gesichtsloser Bettenbunker, entstehen zeitgeistige und stylische Resortanlagen, die selbst Thailand Konkurrenz machen.
Baderesorts der Extra-Klasse

Auch in den weithin bekannten Urlaubsoasen ist eine erstaunliche Entwicklung zu verzeichnen.

So zum Beispiel in Nha Trang. Als Platzhirsch unter den vietnamesischen Urlaubsoasen entwickelt sich zunehmend Danang. Hier, wo sich bereits die US-Soldaten mit ihren Surfbrettern während des Vietnamkriegs in die Wellen stürzten, hat sich eine beachtliche Hotellerie entwickelt. War bisher das Furama Resort an der China Beach unangefochten der Spitzenreiter unter den Hotels, hat es mittlerweile tolle Konkurrenz durch verschiedene 4,5 bis 5-Sterne Resorts.
Eintauchen ins pulsierende Saigon

Die wirtschaftlichen Freiheiten haben zwar viel verändert, doch die positive wirtschaftliche Entwicklung kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass im Privatleben immer noch an allen Ecken und Enden häufig Mangel herrscht. Davon lässt sich die heutige Jugend allerdings nicht beeindrucken. Jeder will am wirtschaftlichen Aufschwung teilhaben. Man versucht sein Glück in den Großstädten. Allen voran in Saigon. So wie Thien, der seinen Lebensunterhalt als Fremdenführer und Dolmetscher in Saigon verdient.

Der ehemalige Berufssoldat ist über die derzeitige Situation nicht unglücklich. Er verdient genug, um seine Familie zu versorgen. Fragen über Krieg und Politik wiegelt er ab: „Wir sollten in die Zukunft blicken, von der Vergangenheit können wir schlecht leben.“ So sieht es auch die breite Masse der vietnamesischen Jugend, die auf zukünftigen Wohlstand durch energische Eigeninitiative hofft. Sie orientiert sich nicht nur im Geschäftsleben am westlichen Vorbild.

Das nächtliche Treiben in Saigon boomt,

die Amüsierbetriebe sind brechend voll. Überall schießen Karaoke-Bars, Clubs und Discotheken wie Pilze aus dem Boden. Westliche Musik beschallt eine neue vietnamesische Spaßgeneration. Und sie zieht auch die westliche Jugend immer stärker an. Wer Saigon heute besucht, findet aber trotz aller Umwälzungen hier und dort noch das ruhige und beschauliche Saigon. Am besten geht man hierzu in eine der bunten Pagoden.

So zum Beispiel in den Thien Hau Tempel oder die beliebte Quan Am Pagode.

Und wer es schrill und noch bunter, aber dennoch beschaulich mag, der stattet dem Cai Dai Tempel in Tay Ninh einen Besuch ab. Um das heutige Alltagsleben der Saigoner nachempfinden zu können, besucht man hingegen am besten einige der teilweise lebhaften Märkte, wie etwa den Binh Tay Markt oder den Ben Thanh Markt. Spätestens jetzt merkt man, wie sich das Gesicht der Stadt wieder einmal geändert hat, denn mitten drin im vietnamesischen Marktrummel finden sich amerikanische Touristen und Geschäftsleute – als sei nichts gewesen. (Text/Bild: Lutz Kaulfuß/Dominik Peter 411)

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