Los Angeles: Per Bus zu den Sternen und weiter

Los Angeles per Bus: In der City selbst, in „Downtown“ also, kann man auf den Mietwagen gut verzichten.
Los Angeles per Bus: In der City selbst, in „Downtown“ also, kann man auf den Mietwagen gut verzichten.
Kaum zu glauben, Los Angeles, die Stadt, die weltweit als die Autostadt überhaupt gilt, ist auch eine Bus- und Bahnstadt. So ziemlich überall im Großraum L.A. verkehrt ein Bus, wenn nicht gleich mehrere hintereinander fahren. fliegen-sparen.de per Bus und Bahn in Los Angeles…

Dass es hier ein gut funktionierendes Nahverkehrssystem gibt, glauben selbst viele „Angelenos“ nicht – doch, es geht. Es geht sogar gut. Man muss nur seine Hausaufgaben machen, dann kommt man mit Bus und Bahn ober- und unterirdisch gut voran.

In der City selbst, in „Downtown“ also, kann man auf den Mietwagen gut verzichten. Bei Fahrten ins Umland kommt es darauf an, wohin man will. Es gibt fünf Stadtbahnlinien, zwei davon sind U-Bahnen, eine weitere verschwindet nur für ein paar Minuten unter der Erde. Die sechste Metro-Bahnlinie wird Anfang des Sommers 2012 eröffnet. 197 Züge fahren in L.A. im Taktverkehr, 2000 Busse sollen ständig auf der Straße sein. Und das in einer City, in der es sage und schreibe 15 Autobahnen gibt, die fast immer überlastet sind.

Mit der Bahn zum Walk of Fame

„Wenn Sie in Hollywood/ Highland mit der Rolltreppe von der U-Bahn hinauf zur Straße fahren, stehen Sie schon auf den Sternen der Stars. Das ist ein Teil des ‚Walks of Fame‘“, erklärt eine Frau, die im Wagen der „Red Line“ eine Reihe weiter sitzt. Der „Weg des Ruhms“ sei sehr lang. „18 Häuserblocks“, und es gebe 2456 in die Bürgersteige des Hollywood Boulevards eingelassene schwarze Steinplatten mit Sternen, die in Messing gefasst sind. „Jeder Stern ehrt einen Künstler“, gerade seien der „The-Simpsons“-Erfinder Matt Groening und der Beatle Paul McCartney hinzu gekommen.

In der Film- und Entertainmenthauptstadt der Welt weiß man über so etwas Bescheid! „Wenn Sie zurück nicht laufen wollen: Bus 780 hält direkt gegenüber der U-Bahnstation Hollywood/ Highland“. „Das ist ein roter Schnellbus, aber es gibt auch orangefarbene Busse, die an wirklich jeder Ecke halten. Da sieht man mehr“.

Die orangefarbenen Busse der Linie 212 und 217 der „Metropolitain Transport Authority“ sind tatsächlich die bessere Wahl. Nicht nur, dass sie an Haltestellen stoppen vor Grauman’s Chinese Theatre, dem (Ex-Kodak)-Theatre – wo der Cirque du Soleil mit seiner Show „Iris“ die Filmwelt feiert und wo der Oscar verliehen wird – , dem Roosevelt Hotel und Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett, dem Hollywood Museum und Disneys El-Capitano-Theatre, man kann auch durch die Busfenster erkennen, wo die Sterne der Berühmtesten der Berühmten auf dem Walk of Fame zu finden sind.

Hier stehen manchmal die Fans von Michael Jackson Schlange, um sich mit dem Jackson-Stern fotografieren zu lassen. Vor dem Charly-Chaplin-Star wartet ein Chaplin-Imitator auf Touristen, die sich mit ihm fotografieren lassen wollen. „Some Dollar“ will er dafür haben. Und an Micky-Maus kommen Eltern mit Kindern kaum vorbei.

Zum Sunset Boulevard mit dem Bus

Der nächste Bus hält. „Fahr ans andere Ende vom Hollywood –Boulevard. Da gibt es preiswerte Thai-Restaurants und die besten Süßspeisen, die du dir überhaupt vorstellen kannst“, rät eine Mitfahrerin. Zu spät: Im Roosevelt gibt es eine edle Burger-Bar, steht im Reiseführer. Thai gibt es dann das nächste Mal. Der Sunset Boulevard, die ‚andere‘ Straße, die durch Hollywoodfilme berühmt wurde, ist eine Busstation entfernt.

Die Ticketverkäuferin in der Schalterhalle der Metro unterhalb der Union-Station, dem riesigen Hauptbahnhof von L.A., antwortet auf die Frage: „Sunset?“ mit der Busnummer 302. Das sei aber ein „Local Bus“, also sehr langsam, warnt sie. Sie zeigt auf den Fahrplan. Tatsächlich: Zweieinhalb Stunden dauert eine Tour. „Ist mit die längste Straße, endet am Pazifik“.

In Beverly Hills muss der 302er warten. Die Sightseeing-Busse einer „See-the-Homes-of-the-Stars“- Rundfahrt versperren den Weg. Von der Straße aus sind aber nur meterhohe, blickdichte Hecken, Zäune und Mauern zu sehen – und kein Star, nirgendwo. Für die lange Fahrzeit wird der Fahrgast entlohnt. Von der Endstation in Pacific Palisades ist es nahe zur Getty-Villa. Hier wird ständig große Kunst ausgestellt. Der Eintritt ist frei. Fürs Parken hätte man 15 Dollar zahlen müssen.

Es gibt auch schnellere Busse hinunter an die Pazifikküste. Die Metro empfiehlt etwa den Rapid-Bus 733 nach Santa Monica. Der braucht für die 34 Kilometer ab Union Station bis zum Santa Monica Pier 88 Minuten. Allerdings ist er auf viel befahrenen Straßen unterwegs. Auch mit dem Mietwagen muss man viel Zeit für den Trip hierher einplanen.

Er lohnt auf jeden Fall, denn dies ist ein in ganz Amerika bekannter Flecken. Genau am Santa Monica Pier endet die legendäre „Historic Route 66“, vor dem Bau der Interstate-Autobahnen die wichtigste Ost-West-Straßenverbindung Amerikas. Mehr aber reizen die vier Kilometer entlang des Pazifikstrands hinüber nach Venice Beach.

Die Promenade ist das längste Open-Air-Theater der USA. Echte und Möchtegern-Künstler treten hier auf. Der Strandspaziergang führt vorbei an Muskelmännern, Musikern auf Inline-Skates, Jongleuren, Kunstturnern, Joggern in abenteuerlichen Verkleidungen und endet selbst an der Wand, an der Verliebte sich verewigen können, nicht. Man kommt wegen des Spektakels her. Wer schnell zum Meer will, sollte nach Long Beach fahren. Die Blue Line – eine Straßenbahn – schafft die 39 Kilometer dorthin von Downtown L.A. in 40 bis 50 Minuten. Das ist nicht schlecht. Wer nicht baden will, kann den alten Ozeandampfer „Queen Mary“ besuchen, der hier 1967 für immer festgemacht hat. Das kostet 25 Dollar Eintritt, Zubringerbus inklusive.

Der Nahverkehr in L.A.: Zurück in die Zukunft

Die Geschichte des öffentlichen Nahverkehrs von L.A. kann mit „Zurück in die Zukunft“ überschrieben werden. Erst die vielen Stadtbahnen der „Pacific-Electric“-Gesellschaft haben die gewaltige Ausdehnung von Los Angeles möglich gemacht. Dass die elektrischen Bahnen von Grundstücksspekulanten wie Henry E. Huntington, an den der Name der Stadt Huntington-Beach im Süden von L.A. erinnert, betrieben wurden, gehörte vor 90 Jahren zum Immobiliengeschäft. Ohne Verkehrsanbindung wurde damals kein Haus gekauft.

Später wurden alle Schienen heraus gerissen und Autostraßen entlang der alten Trassen gebaut. L.A. wurde zur Autostadt. Als dann aber ab den 1990er Jahren L.A. und Umgebung am Autoverkehr zu ersticken drohte, wurden der Nahverkehr verbessert und Bahnen gebaut. Alte Wegerechte wurden neu genutzt. Deshalb fahren einige Metro-Züge auf dem Mittelstreifen der Freeways und dort bisweilen am erstarrten Autoverkehr vorbei. Die Metro- Busse und -Bahnen haben eine große Zukunft, verkünden sinngemäß die Veröffentlichungen der „Metropolitan Transportation Authority“, denn: „Benzinpreise, verstopfte Straßen, horrende Parkgebühren und Nervenverschleiß im Auto treiben uns die Fahrgäste zu.“

Was den Verkehrsplanern vorschwebt, kann man bereits zwischen der Walt-Disney-Concert-Hall, Union Station, City Hall und dePer Bus durch L.A.m Convention Center erleben. Im Stadtzentrum von L.A. ist der nächste Bus nie weit. 50 Buslinien fahren die City an, vier U- und Stadtbahnen halten mehrfach in der City. Zusätzlich zirkulieren Kleinbusse um die Häuserblocks – sie halten überall. Ein eigenes Auto braucht man in der Stadtmitte nicht, Zuwiderhandlungen werden mit unglaublich hohen Parkgebühren – oder noch teureren Strafzetteln – bestraft. „Aufs Geratewohl losfahren ist nicht gut. Planen Sie Ihre Fahrt. Nehmen Sie einen Streckenplan mit oder schauen Sie im Internet nach“, rät die Frau vom Ticketschalter. Sie hat ja so recht!

Tour-Planung und Internet

Fahrten mit der Metro lassen sich schon von zuhause aus planen. Die Fahr- und Streckenpläne der Busse und Bahnen können unter www.metro.net aufgerufen werden. Unter dieser Internetadresse werden Fahrpreisinformationen und auch Vorplanungen für Touren angeboten. (Text: Armin E.Möller 2/12)

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