Serbiens Herzlichkeit und Gastfreundschaft entdecken

Land, Leben und Leute kennenlernen - Serbien ist gastfreundlich und zeigt vielfältige Schönheiten in der Natur
Land, Leben und Leute kennenlernen – Serbien ist gastfreundlich und zeigt vielfältige Schönheiten in der Natur

Serbien ist ein Land im Wandel. Reisende, die das Land am Balkan besuchen, erfahren schnell die Herzlichkeit und Gastfreundschaft der Einheimischen. fliegen-sparen.de in einem Land, das einiges zu bieten hat.

Leuchtend liegt die Stadt vor mir mit glänzenden Dächern in der Abendsonne. Links von die Pannonische Tiefebene mit saftig grünen Auen, hier fließt die Save in die Donau und vollendet diese romantisch anmutende Bild einer Region, die in den vergangenen Jahrzehnten viele Wirren überstanden hat.

Belgrad, die Stadt auf dem Balkan, die Metropole an zwei Flüssen mit tausend Gesichtern bietet mir heute ein eindrucksvolles Bild seiner Gegenwart. Von der mittelalterlichen Festung oberhalb der Stadt
herabblickend auf die endlosen Weiten der City erkenne ich am Horizont Belgrads „Eisernes Tor“, wie das markanteste Hotel der Stadt wegen seiner auffälligen Bauweise genannt wird.

Architektonische Bausünden des Sozialismus gehen hier einher mit malerischen Gassen in Flussnähe, beispielsweise im Stadtteil Zemun. Die serbisch-orthodoxe Kathedrale des Hl. Sava erhebt sich mächtig und weithin sichtbar über die Innenstadt.

Begeistert lasse ich mich faszinieren von der lebendigen Atmosphäre der Bevölkerung, die sich vor allem abends bunt gemischt in den zahlreichen Cafés, Kneipen und Restaurants tummelt. Das Cafè Upitnik, dargestellt in einem „?“ gilt dabei mit 170 Jahren als das älteste Belgrader Cafe und sein Name resultiert aus dem Streit mit der gegenüberliegenden Kathedrale, denn die wollte nicht, dass die Gaststätte „zur Kathedrale“ heißt, so benannte sie der Besitzer seinerzeit kurzerhand um.

Richtig hip ist die Rakia-Bar, die ich an diesem Abend besuche, denn hier gibt es nicht nur eine große Auswahl des beliebten, serbischen Schnapses, man erhält das geistreiche Getränk sogar in Tuben, deren flüssiger Inhalt zum sofortigen Verzehr bereit ist. Dazu genieße ich Kajmak, den typisch serbischen Frischkäse, der zu fast allen Mahlzeiten gereicht wird ebenso wie das leckere Maisbrot.

Mit dem Bus quer durch Serbien

Nach soviel Appetit freue ich mich bereits auf die nächsten Tage, die mich kreuz und quer durch das Land führen werden und in denen ich die Seele Serbiens entdecken will. Anders als viele der hierher kommenden Reisenden geht meine Fahrt jedoch nicht per Flusskreuzfahrt die Donau hinunter, sondern mit dem Bus voran. So genieße ich die Aussicht auf weite Landstrecken aus denen sich hier und da eine orthodoxe Kirche erhebt, vorbei an Bauern mit kuriosen Traktoren oder Pferdefuhrwerken geht es durch teils noch völlig unberührte Natur.

Die Straßenschilder sind neben der üblichen kyrillischen Schrift meist auch in lateinischen Buchstaben gehalten, auch das ein Zeichen, dass man auf Besucher eingestellt ist. Hin und wieder bemerke ich lebensgroße Holzfiguren, die geschnitzt vor den Häusern aufgestellt sind und nachdenkliche Menschen abbilden. Krajputas heißen sie und werden als Abbild und zu Ehren eines verblichenen Hausherren aufgestellt.

Wir gelangen zum „Küstendorf“, wo wir uns eine Nacht aufhalten. Küste in Serbien, denke ich? Mitnichten, denn das Dorf ist benannt nach seinem Gründer, dem bekannten Regisseur Emir (Nemanja) Kursturica, der diesen Ort auch als Kulisse für zahlreiche seiner Filme genutzt hat. Unter dem Schutz der Unicef stehend bildet dieses Dorf, das als Hotel Mecavnik für Reisende zugänglich ist, malerisch die Struktur eines traditionellen, serbischen Kleindorfs ab und wirkt mit seinen verwinkeletn Gassen und seinem grandiosen Ausblick auf die nahen Gebirgszüge wie ein romantischer Ort im Nirgendwo.

Da Kusturica hier selbst auch zeitweise wohnt, kann es passieren, dass man den Meister abends in einer Kneipe selbst antrifft. Vielleicht sitzt er dann mit seinem Freund und Schauspielkollegen Johnny Depp, Schirmherr des Dorfs, bei einem Rakia an der Bar…

Die serbische Mentalität

Überall dort, wo wir mit unserer Gruppe halt machen, werden wir mit offenen Armen empfangen. Gastfreundschaft und Herzlichkeit Kennzeichnen unseren Ausflug in das Land auf dem Balkan in besonderem Maße. Und immer wieder gibt es Rakia in allen denkbaren Nuancen, so dass uns kaum etwas anderes übrig bleibt, als in einer Destillerie den Entstehungsprozess des köstlichen Schnapses zu beobachten.

Denn vor jedem Essen – meistens Barsch oder Schweinefleisch – wird zuerst ein Rakia genossen und auf den Hausherrn als Gastgeber angestoßen. Wir wollen mehr wissen über die serbische Küche und machen einen Stopp im Ort Zlakusa/ Sevojno, wo der Töpferer und Bauer Savic wohnt. Er zeigt uns nicht nur, wie man einen traditionellen, serbischen Hochzeitskohl aus Wirsing, Speck, Karotten und Zwiebeln zubereitet. Bei Savic erfahren wir auch, wie der dazugehörige Topf aus Ton hergestellt wird.

Und dann ist da noch der Vater Milan, ein alter Mann von über 80 Jahren, dem wir gespannt lauschen, was er über Serbien denkt. Er erzählt uns zunächst lachend von vielen Trinkfreundschaften, die er mit Griechen, deutschen und vielen anderen Reisenden, die seinen Hof besuchten geschlossen hat und die über die Jahre zu echten Freundschaften wuchsen. Dann wird er ernst und spricht über die Vergangenheit.

Ja, manch einer wünscht sich den alten Titow zurück, bei dem es mehr Arbeit und weniger Kriminalität gab, bei dem die Jungend mehr Zukunft hatte. Wenn Milan heute die Zeitung liest, erzählt er, glaubt er manchmal, dass Serbien von der Welt so weit entfernt ist, wie der Himmel von der Erde. Aber man darf den Mut nicht aufgeben und muss immer nach vorne blicken. Das Leben und die Geschichte gehen weiter, denn nur mit Versöhnung kommt man voran, mahnt der Weise alte Milan, dem wir gespannt lauschen.

Mit diesen eindrucksvollen Worten setzen wir unsere Reise fort. Ich erhalte ein ganz anderes Bild von Serbien, als es in meiner Heimat oft gezeichnet wird. Gebt Serbien eine zweite Chance, bittet unsere Reiseleiterin Bogdanska, denn das Land ist auf einem guten Weg, sich zu entwickeln. Aber ohne Hilfe von Außen geht es nicht, erläutert sie.

Mit diesen Worten und den tiefgreifenden Eindrücken verlasse ich nach einigen Tagen das Land, das mir seine Offenheit, Schönheiten der Natur und Herzlichkeit der Menschen auf unverstellte Art näher gebracht hat, denn hier liegt die gute Seele Serbiens. Die Menschen sind es, die das Land zu dem machen, was es heute ist. (Text: Philip Duckwitz/ Bild: Wortbaustelle)

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