Paris mit dem Bus entdecken

Städtetour der anderen Art: Mit den Stadtbussen und der Metro zu den Sehenswürdigkeiten von Paris
Städtetour der anderen Art: Mit den Stadtbussen und der Metro zu den Sehenswürdigkeiten von Paris

An jeder Sehenswürdigkeit hält ein Bus – manchmal lohnt es sich aber, ein Stück zu laufen. fliegen-sparen.de unterwegs in Paris: Eine Tour durch die französische Metropole, zu ihren Läden und Kuriositäten

Am einfachsten ist es, Paris von oben herab zu erkunden – aber leider nicht ganz billig. Knapp 30 Euro kostet die Fahrt mit den roten oder gelben Doppeldeckerbussen mit offenem Oberdeck, die eine Sehenswürdigkeit nach der anderen abklappern. Wer auf grüne Busse setzt, sieht all das und noch viel mehr. Und es ist auch deutlich günstiger mit diesen Bussen kreuz und quer durch Paris zu fahren.

Grün ist die Farbe der Stadtbusse und U-Bahnen, der „Metro“ also. Die Tagesnetzkarte für Bus und Bahn – sie gilt rund um die Uhr – kostet circa 10 Euro. Um Paris nach (Bus-)Nummern zu erleben, sind die Zahlen 24, 30, 47, 72 und vielleicht auch 82 wichtig. Für Genießer kommt noch die 65 dazu. Diese Buslinie hält unterhalb der wohl schönsten Bahnhofsgaststätte der Welt.

Das Restaurant „Le Train Bleu“ über der Empfangshalle des „Gare de Lyon“ sieht noch genauso aus, wie es im Jahre 1900 gebaut und vor allem ausgestattet wurde. Bronzefiguren grüßen die Gäste, das Licht bricht sich im böhmischen Kristall der Kronleuchter, und die opulenten Wandgemälde zeigen die Landschaften und Orte, in die die Züge vom Lyoner Bahnhof aus fahren – allerdings so, wie sie vor 111 Jahren aussahen.

Der „Train Bleu“ war der Wartesaal für Gutbetuchte, die zur Dampflokomotiven-Zeit hier auf ihren Zug warteten – das konnte dauern. Auf dem Weg zum Bahnhof umrundet Bus 65 den Kreisverkehr des „Place de la Bastille“. Im revolutionären Frankreich des ausklingenden 18. Jahrhunderts wurde die einst gewaltige Zwingburg geschleift. Hier ist nichts davon übrig geblieben. Die Steinquader wurden verwendet, um den „Pont de la Concorde“ zu bauen, die Seine-Brücke am „Place de la Concorde“. Doch der steht erst später auf dem Programm.

Am „Gare de Lyon“ hält Bus Nummer 24. Er ist ein Muss für alle, die Paris sehen wollen, weil er auf beiden Seiten der Seine fährt. An seinem Rundkurs liegen am Seine-Ufer etwa die Kathedrale „Notre-Dame-de-Paris“, die „Assemblée Nationale“ – das französische Parlament –, der „Place de la Concorde“ mit dem berühmten ägyptischen Obelisken in seiner Mitte, und schließlich wendet der Bus am „Boulevard Haussmann“. Diese Prachtstraße ist auch wegen der „Galeries Lafayette“ – seit 1894 eines der angesagtesten Warenhäuser der Welt – einen Abstecher wert.

Auf dem Rückweg – diesmal auf der anderen Seite der Seine – kann, wer will, am „Jardin des Tuileries“ und am „Louvre“ einsteigen. Danach wechselt Nummer 24 wieder die Seine-Seite, fährt über die „Pont Neuf“-Brücke und darauf die „Île de la Cité“ zum „Boulevard St.-Germain“ und dort einen Häuserblock entfernt parallel zum Seineufer. Das ist die Gelegenheit, das Universitätsviertel „Quartier Latin“ rund um die Sorbonne zu besuchen.

Eiffelturm: Paris bei Nacht

Kaum wieder an der Seine – Haltepunkt „Université Paris 6“ – empfiehlt es sich, auf der anderen Straßenseite Bus 72 (Gegenrichtung) zu nehmen. Der folgt der Seine in Richtung Osten und fährt am „Grand Palais“ und dem Museum für moderne Kunst vorbei zum Am besten stellt man sich nach 18 Uhr an, dann ist die Warteschlange kürzer und der Ausblick auf das „Paris bei Nacht“ noch schöner.

Vom „Tour Eiffel“ sind es nur ein paar Schritte zum Invalidendom, in dem der Sarkophag des Heerführers Napoleon und eine Sammlung von Waffen aus unterschiedlichen Epochen zu sehen sind. Aber warum laufen – Bus 82 hält seitlich des Eiffelturms und auch vor dem Invalidendom. Wer hier nicht aussteigt, kommt zum „Jardin du Luxembourg“. Er gilt als der schönste Park von Paris. Doch meist geht es vom „Tour Eiffel“ in die Gegenrichtung und über die Seine. Vom „Palais de Chaillot“ aus wurden die beliebten Paris-Ansichtskarten fotografiert, die hier auch Dutzende von fliegenden Händlern anbieten. Die Treppenstufen der auf einer Anhöhe gelegenen Terrasse laden ein, sich hinzusetzen und diesen Höhepunkt einer Parisreise zu genießen.

Per Bus: Champs Elysées, Cimetière Montmarte & Moulin Rouge

Bus 30 zurück ins Stadtzentrum fährt gleich hinter dem Palais ab, am Bus-Stopp „Trocadéro“. Die wichtigste Attraktion auf seiner Route in den Osten von Paris ist der gewaltige Kreisverkehr am „Place Charles de Gaulle“. Gleich 12 Straßen und Avenuen führen auf ihn zu, und der „Arc de Triomphe“ in seiner Mitte wird fast reflexartig von allen Touristen fotografiert.

Das „Grab des unbekannten Soldaten“ unterhalb des Torbogens mahnt mit der ewigen Flamme daran, die Toten der Kriege – hier ging es um den Ersten Weltkrieg – nicht zu vergessen. Am Rande dieses Platzes sollten alle die Fahrt mit dem 30er unterbrechen, die sich die überaus vornehmen Geschäfte links und rechts der „Champs Elysées“ ansehen wollen. Der Friedhof „Montmartre“ ist eine Totenstadt mit 20.000 steinernen Grabkammern und Mausoleen. Hier fanden etwa Ämpère, der Physiker, Heinrich Heine, der deutsche Dichter, oder auch Truffaut, der Filmregisseur, ihre letzte Ruhe. Vom Bus-Stopp „Place de Clichy“ ist der „Cimetière Montmarte“ nur etwa 100 Meter entfernt.

Auf den „Place de Clichy“ folgt das Pariser Vergnügungsviertel auf der Busroute 30. Wer hier nach links schaut, sieht beim Vorbeifahren das weltbekannte Revuetheater „Moulin Rouge“. Beim Nordbahnhof lohnt der Blick in die Höhe. Unter den Statuen über der Hauptfassade findet sich auch die „Colonia“. Sie warb schon vor 147 Jahren für Reisen von und nach Köln. Wer zurück in die Stadt will, nimmt vom Nord-oder Ost-Bahnhof aus die Busse 38 oder 48. Sie fahren im Minutentakt zum Louvre, zur Oper, zum Rathaus samt „Centre Pompidou“ und den vielen kleinen Boutiquen und Geschäften und Passagen im und rund um den „Palais Royale“ mit Angeboten, die man so kein zweites Mal auf der Welt findet. (Text: Ursula Meister & Armin E. Möller – 3/11 – Bild: dreamstime )

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