Süd-Schweden: Malmö, Ystad & Wallander

Malmö: Zum fotogenen Symbol des neuen Stadtteils Västra Hamnen wurde der weithin sichtbare futuristische "Turning Torso".
Malmö: Zum fotogenen Symbol des neuen Stadtteils Västra Hamnen wurde der weithin sichtbare futuristische „Turning Torso“.

Malmö ist Schwedens drittgrößte Stadt und hat sich zu einem quirligen Reiseziel entwickelt. Zusammen mit einem Ausflug nach Ystad bietet es viel Abwechslung für Jedermann, nicht nur für Fans von Kommissar Wallander – Mit fliegen-sparen.de unterwegs in Süd-Schweden.

Die Spannung ist groß, denn für uns ist es das erste Mal, dass wir mit einer Fähre in den Urlaub fahren. Aber für das Reiseziel Südschweden drängt sich die Schiffspassage geradezu auf. Wir haben die Fährroute der TTLine von Travemünde nach Trelleborg ausgewählt, was sich schnell als gute Entscheidung entpuppte.

Travemünde ist verkehrstechnisch gut erreichbar und der Fährhafen überschaubar. Das Auffahren auf den Fährriesen am frühen Abend läuft schnell und reibungslos ab. An Bord ist alles Notwendige für die eine Nacht auf dem Schiff schnell in der Kabine verstaut und wir lassen den Tag im Schiffsrestaurant gemütlich ausklingen. Bereits im Morgengrauen des nächsten Tages legt die Fähre in Trelleborg an. Also nichts für Langschläfer. Doch schon lange vorher herrscht im Frühstücksraum unter den Passagieren eine unterschwellige Hektik. Warum, bleibt schleierhaft. Auch nach dem Anlegen kommt man nicht früher von Bord, als bis alle vor dem eigenen Wagen abgestellten Fahrzeuge nach der festen Choreographie der Lademeister losgefahren sind.

Malmö: Die Altstadt

Vom Fährhafen sind es nur wenige Kilometer vorbei an satten Weiden und Feldern bis nach Malmö. Die Stadt, die stets im Schatten von Kopenhagen, Stockholm oder Göteborg liegt, zeigt sich von ihrer besten Seite. Rechtzeitig ziehen die Regenwolken ab und die Sonne blinzelt auf die Stadt.

Wir beginnen mit unserer Stadtbesichtigung direkt vom Hotel aus, dem Scandic S:t Jörgen, das nicht zentraler liegen könnte. Von hier sind es nur wenige Gehminuten zum so genannten Stortorg, dem Zentrum der hübschen Altstadt. Rundum gibt es gleich mehrere Sehenswürdigkeiten, wie etwa das imposante alte Rathaus aus dem 16. Jahrhundert, dessen Fassade aber aus dem 19. Jahrhundert stammt oder die Löwenapotheke, die noch immer im gotischen Stil eingerichtet ist und erst vor einigen Jahren aufwändig restauriert wurde.

Weitere Highlights auf dem Besichtigungsprogramm sind die St. Petri Kirche mit den Wand- und Deckenmalereien in der Krämarkapelle von 1520 oder das Malmöhus, das größte Renaissanceschloss des Nordens. Ebenso sind die alten Fachwerkhäuser in der Altstadt eine Besichtigung wert, die man besonders gut am Lila Torg, dem Kleinen Markt, herausgeputzt hat.

Und wer mal eine Pause braucht, wird eigentlich überall in der Altstadt fündig. Viele Straßencafés laden zum Verweilen und „Leute-gucken“ ein. Doch mindestens ebenso interessant ist das moderne Malmö.

Malmö: Im Stadtteil Västra Hamnen

Der Stadtteil Västra Hamnen, der Westhafen, ist von der Altstadt aus in einem Spaziergang zu erreichen. Das ehemalige Industriegebiet wurde nach der Schließung der Kockums Werft und dem damit einhergehenden unaufhaltsamen Niedergang des gesamten Areals regelrecht umgepflügt und komplett neu gestaltet. Es entstand ein Wohngebiet, das ganz auf Nachhaltigkeit und auf Steigerung der urbanen Wohnqualität setzt.

Zum fotogenen Symbol des neuen Stadtteils wurde der weithin sichtbare futuristische „Turning Torso“, ein in sich um 90 Grad drehbares 190 Meter hohes Gebäude, das 2005 eröffnet wurde. Zudem entstanden nicht nur architektonisch ansprechende neue Wohnhäuser am Meer und am Hafen, sondern auch viele unterschiedliche Ruheoasen, wie etwa ein kleines Gewächshaus, das Jedermann offen steht.

Gerade an Regentagen lässt sich hier die Zeit angenehm vertreiben. Oder der neu angelegte „Scaniaparken“, der an warmen Sommertagen zum Sonnenbaden oder zum Sprung ins kühle Meerwasser einlädt. Für weniger Sportliche gibt es auch Holzstege mit Treppen ins Wasser.

Und wer nach einer Runde Schwimmen Hunger bekommen hat, kann in einem der dort neu entstandenen Cafés und Restaurants den Hunger stillen und das Panorama genießen – entweder mit Blick aufs Meer oder auf die gigantische Öresund-Brücke. Der perfekte Ausklang für einen Tag in Malmö.

Auf den Spuren von Wallander

Am nächsten Tag machen wir uns auf den Weg nach Ystad. Schließlich haben wir ein Faible für Henning Mankels Kommissar Wallander, dessen Ermittlungen hier spielen. Schon die Autofahrt belohnt uns. Vorbei an saftig grünen Wiesen und typisch schwedischen Holzhäusern vergeht die einstündige Fahrt wie im Flug. Ystad ist vor allem für Wallander-Fans ein Hit. Alle Plätze, Straßen und Restaurants, die in den Krimis vorkommen, existieren tatsächlich. Sei es die Mariastraße, in der Kommissar Kurt Wallander im Film wohnte oder die Polizeistation in der Kristianstadvägen. Nicht zu vergessen Fridolfs Konditorei, immerhin Wallanders Lieblingscafé, die ihren berühmten Gast mit polizeiblauem Wallandergebäck ehrt. Wer all die Drehorte in und um Ystad herum besichtigen wollte, müsste jedoch ein langes Wochenende einplanen.

Schwedische Stonehenge: Ales Stenar

Unseren letzten Tag nutzen wir noch in vollen Zügen, da unsere Fähre schließlich erst am Abend ablegt. Auf dem Besichtigungsprogramm steht mit „Ales Stenar“ eine geheimnisumwitterte Sehenswürdigkeit. Ales Stenar ist die schwedische Variante vom englischen Stonehenge. Vom Parkplatz beim Fischerhafen Kaseberga führt ein Weg zu den Monolithen, die einen Steinkreis auf dem Plateau des Kasebergas bilden. Dass Ales Stenar eine der meistbesuchten Touristenattraktionen des Landes sein soll, merken wir an diesem Tag nicht.

Nur wenige Touristen scheinen heute Sinn für die fantastischen meterhoch aufragenden Monolithe zu haben, die in der Form eines Schiffes aufgestellt sind. Nach dem schönen Spaziergang kehren wir noch zum Abschluss in das Restaurant „Vendel Ales Stenar“ ein, das uns mit schwedischen Leckereien verwöhnt und das zu äußerst zivilen Preisen. Unser Wochenende in Südschweden neigt sich dem Ende zu. Wir fahren am Abend wieder auf „unsere“ Peter Pan, die uns per Nachtfahrt nach Deutschland bringt. (Text: Dominik Peter 3/12, Bild: Justin Brown/ imagebank.sweden.se)

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