Portugal: Lissabon. Estoril. Cascais & Sintra

Vom Zentrum Lissabons sind es mit dem Vorortzug nur knapp 30 Minuten bis zum schönen Badestrand von Cascais
Vom Zentrum Lissabons sind es mit dem Vorortzug nur knapp 30 Minuten bis zum schönen Badestrand von Cascais

In kaum einer anderen europäischen Hauptstadt lassen sich Sightseeing, Ausflüge und Strandleben so bequem kombinieren wie in Lissabon. fliegen-sparen.de unterwegs in Portugal.

Die portugiesische Hauptstadt bietet eine pittoreske Mischung aus nostalgischem Flair und modernem Großstadtdesign. Ganz gleich, ob man ein Lissabon-Neuling ist oder zum wiederholten Male an den Tejo reist, Lissabon lässt niemanden kalt. Das liegt nicht nur an der spektakulären Lage der Stadt auf sieben, teilweise steilen Hügeln an der Tejo-Mündung und den immer wieder überwältigend schönen Panorama-Blicken, die sich vielerorts oft unvermittelt auftun.

Vor allem die Vielfalt der Stadt sorgt für immer neue fantastische Eindrücke. Im Stadtteil Belem locken mit dem Torre de Belem und dem Mosteiro dos Jeronimos gleich zwei einzigartige Beispiele mittelalterlicher Baukunst, die von der UNESCO als Weltkulturerbe ausgezeichnet wurden. Dagegen zeigt sich Lissabon im Parque das Nacoes (Park der Nationen) von seiner modernsten Seite.

Das ehemaligen Expo-Gelände von 1998 wurde zu einem Freizeitpark umgestaltet und hat unter anderem das wirklich sehenswerte, größte Aquarium Europas zu bieten. In Alfama, dem ältesten Stadtteil, locken uralte verwunschene Gassen und steile Treppen. Dagegen besticht Baixa, die Unterstadt aus dem 18. Jahrhundert, mit übersichtlichen Straßenzügen im Schachbrettmuster und Fassaden wie aus einem Guss.

Dazwischen kreischen immer wieder die markant roten Eléctricos, Waggons der Lissabonner Straßenbahn, die nicht nur wegen des teilweise historischen Fuhrparks so beliebt bei Besuchern ist, sondern auch wegen der atemberaubenden Streckenführung einiger Linien. Die Fahrt mit der Tram-Linie 28 einmal quer durch die Altstadt ist einfach ein Muss.

Aufstieg mit dem Elevador de Santa Justa

Eine Lissabonner Eigenheit im Öffentlichen Nahverkehr sind die historischen Standseilbahnen und Aufzüge, die aufgrund der Steilheit mancher Gegenden der Altstadt bereits im ausgehenden 19. Jahrhundert eingerichtet wurden. So bietet der 45 Meter hohe Elevador de Santa Justa seit mehr als 100 Jahren den bequemsten „Aufstieg“ von der Unterstadt Baixa ins höher gelegene Chiado mit seiner Prachteinkaufsstraße Rua Garrett.

Nicht nur die beiden holzgetäfelten Aufzugkabinen sind im Orginalzustand erhalten, auch von außen ist die von einem Eiffel-Schüler entworfene, reich verzierte Stahlkonstruktion sehenswert. Und wer an der oberen Station noch das über dem Maschinenraum gelegene Café besucht, wird mit einem beeindruckenden Panorama-Blick bis hinüber zum mittelalterlich-trutzigen Castelo de Sao Jorge belohnt. Vorausgesetzt, man ergattert noch einen Platz auf der vor allem an sonnigen Tagen stark frequentierten Aussichtsterrasse.

Estoril & Cascais: Baden wie die Könige

Wem das bunte Treiben in der Stadt zu viel wird, der nimmt einfach vom Lissabonner Bahnhof am Cais do Sodre den Vorortzug und fährt zum Baden an den Strand. Die Küstenorte Estoril und Cascais sind so nah, dass sich selbst ein Halbtagesausflug lohnt. Am besten versucht man, einen Platz auf der in Fahrtrichtung linken Seite des Waggons zu ergattern. Allein schon die aussichtsreiche Eisenbahnstrecke entlang des Tejo und der Atlantikküste wäre die ganze Fahrt wert.

Abes kommt noch besser. Wer in Estoril aussteigt, schwelgt schon bald in postkartenreifen Ansichten. Mehrere exilierte Könige und viele Adlige haben zu Beginn des 20. Jahrhunderts das damals schon traditionsreiche Seebad zu ihrem Wohnort auserkoren und sehenswerte Bauten hinterlassen. Selbst der Stadtstrand Tamariz ist eingerahmt von Bauten im Stil der vorletzten Jahrhundertwende.

Neben dieser ungewöhnlichen Kulisse locken Sonne, Strand und Meer. Vor allem an Sommerwochenenden zieht es viele Hauptstädter an die Strände. Doch so richtig knackevoll wird es selten. Zudem gibt es ja noch einige Ausweichmöglichkeiten.

Uferweg ins Fischerstädtchen Estoril

Von Estoril führt eine breite, gut ausgebaute Strandpromenade in Richtung Westen bis ins gut zwei Kilometer entfernte Fischerstädtchen Cascais. Auf dem Weg dorthin passiert man weitere Strände, wie etwa die Praia da Conceicao. Hier gibt es nicht nur Duschen und Toiletten, sondern auch mehrere Cafés, Restaurants und Souvenirläden. Cascais selbst bietet noch zwei weitere Strände.

Die Praia da Rainha etwas östlich des Zentrums und die Praia da Ribaira direkt am Stadtzentrum. Von hier aus ist es dann auch nur ein schöner Bummel durch die Altstadt zum Bahnhof, um den Zug zurück nach Lissabon zu nehmen. Etwas Zeit sollte man allerdings trotzdem einplanen. Denn die Atmosphäre in Cascais ist angenehm widersprüchlich und durchaus einen Abstecher wert. Einerseits hat sich das Örtchen den Charme eines Fischerstädtchens erhalten, andererseits gibt es herausgeputzte Villen und liebevoll restaurierte Plätze, an denn sich selbst Edelboutiquen niedergelassen haben.

Ausflug nach Sintra: Märchenschloss und Souvenirs

Ist der Trip nach Lissabon lange genug, lohnt sich unbedingt ein Ausflug mit der Bahn ins gerade einmal 25 Kilometer entfernte Sintra. Ab dem Bahnhof fahren Busse zu allen Sehenswürdigkeiten. Die Kulturlandschaft Sintra mit ihren prächtigen Schlössern ist von der UNESCO zum Weltkulturerbe erhoben worden. Das Örtchen selbst liegt eingebettet in eine romantische, waldreiche Hügellandschaft.

Es wird von der mittelalterlichen Sommerresidenz der portugiesischen Könige, dem Palacio Nacional de Sintra mit seinen zwei gigantischen, kegelförmigen Kaminen, dominiert. In der direkten Umgebung von Sintra liegen weitere Schlösser. Der kurze Spaziergang zum rund zwei Kilometer entfernten Palacio da Pena lohnt sich unbedingt.

Das bunte Märchenschloss wird oft als portugiesisches Neuschwanstein bezeichnet. Es wurde Mitte des 19. Jahrhunderts vom deutschen Prinzgemahl von Königin Maria II. erbaut. Aufgrund seines überbordend eklektizistischen Baustils scheiden sich allerdings die Geister an der künstlerischen Bewertung des Baus. Die Urteile reichen dabei von Kitsch bis Kunst. Aber beeindruckend stimmungsvoll ist der kunterbunte Stilmix in jedem Fall.

Je nach Zeit und Kondition gibt es noch weitere recht malerische Paläste und Klöster in der Umgebung zu besichtigen, etwa den Quinta da Regaleira Palast oder das Kapuzinerkloster Convento dos Capuchos. Oder man streift einfach durch die Cafés und Läden in Sintra. Sie bieten neben viel Souvenirkitsch teilweise auch fantasievolle Keramikarbeiten aller Größen und Preisklassen. Ein Andenken ans romantische Portugal für Zuhause zu finden, fällt hier garantiert nicht schwer. (Text: Lutz Kaulfuß 3/12 – Bild: Junta de Turismo da Costa do Estoril)

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