Umbrien: Das grüne Herz Italiens

Umbrien besticht durch herrliche Landschaften, besondere Traditionen und schmackhafte Spezialitäten.
Umbrien besticht durch herrliche Landschaften, besondere Traditionen und schmackhafte Spezialitäten.

Städtchen im Mittelalter-Look, dramatische Landschaften und leckere Schlemmereien. fliegen-sparen.de auf Entdeckungstour durch Umbrien.Etwas außerhalb von Avigliano Umbro achten wir mehr auf die reizvolle Landschaft, als auf den Weg. Hätten wir eben nicht nach links abbiegen sollen? Aber plötzlich sehen wir den trutzigen Turm des Landhauses Sanquirico. Vor Jahrhunderten als Wehrturm erbaut, hat man ihn später um weitere Gebäude ergänzt und zum Bauernhof gewandelt.

Nun wird er für eine Woche unser Zuhause sein. Außen alte Mauern, innen moderner Komfort. Der Clou ist allerdings das imposante Panorama, das man vom Turm und der rückseitigen Terrasse aus genießt. Die umbrische Landschaft ist weniger lieblich und etwas zurückhaltender als in der Toskana. In den nächsten Tagen merken wir allerdings schnell, dass Umbrien den ersten Eindruck spielend übertrifft.

Assisi: Mittelalterliche Malerei

In Assisi locken die weltberühmten Fresken von Giotto, die schlichtweg als Inbegriff der mittelalterlichen Freskenmalerei gelten. Auch Orvieto ist ein Muss auf dem Ausflugsprogramm. Schon allein wegen seiner dramatischen Lage auf einem Tuffsteinplateau und der weithin strahlenden Fassade seines Doms, aber natürlich ebenso wegen des Weines aus der Umgebung. Der golden fließende Orvieto konserviert ein klein wenig von der Magie des Ortes und gibt ein prima Souvenir ab. Allerdings stammt er nur dann tatsächlich aus der Gegend, wenn das Flaschenetikett den Zusatz „classico“ trägt. Auch „cocci“, die berühmten Keramiken, sind ein typisches Mitbringsel aus Orvieto. In den Geschäften in der Gegend um den Dom kann man stundenlang nach den schönsten stöbern.

Spezialitäten Umbriens: Natur und Schlemmen

Heute profitiert Umbrien davon, dass es lange Zeit im Abseits lag und sich so gut wie gar nicht weiterentwickeln konnte. Naturbelassene Gegenden oder nur extensiv bewirtschaftete Flächen prägen das Bild. Steineichenwälder und Trüffelmacchia, der Trasimenische See und die charaktervolle Hügelregion bieten eine ideale Kulisse zum Radfahren und Wandern, Paragliding und Baden.

Ganz im Westen Umbriens, zu Füßen des Sibyllinischen Gebirges, ist zum Beispiel das malerische Bergdorf Castelluccio ein prima Ausgangspunkt für Wanderungen in die Umgebung. Berühmt ist das Örtchen aber auch wegen seiner Linsen, die sich als ausgefallenes Mitbringsel eignen. Die werden hier zwar nur klein, aber der Geschmack ist exzellent.

Wer etwas für edles Essen übrig hat, kann sich im benachbarten Norcia eindecken. Ob Hirschschinken, Wildschweinsalami oder getrüffelter Käse, die Fratelli Ansuini in der Via Amicia 105 sind berühmt für ihre umbrischen Spezialitäten.

Trasimenische See: Romantik pur

Auch der Trasimenische See ganz im Osten Umbriens verbindet Landschaft, Architektur und bodenständige Kulinaria aufs Allerbeste. Auf einer der drei Inseln im See, auf der Isola Maggiore, lockt ein malerisches Dorf. Die Fischerhäuser stammen fast komplett noch aus dem 15. Jahrhundert. Hier findet sich aber nicht nur Romantik pur, es werden auch ganz handfeste Genüsse geboten.

In der Via Guglielmi lässt sich bei Da Sauro vorzüglich schlemmen – natürlich fangfrischen Fisch aus dem See. Wegen vieler Wochenendausflügler sollte man den Abstecher auf die Isla Maggiore allerdings am besten für einen Werktag planen.

Auf der Isola Polvese ist es dagegen immer deutlich ruhiger. Wer mit der Fähre ab San Feliciano übersetzt, kommt meist zum Baden. Man kann zudem prima Picknicks veranstalten oder auch schöne Spaziergänge unternehmen und einen Naturlehrpfad entlang wandern.

Großstadtflair in Perguia

Die einzige Metropole Umbriens ist Perugia. Wie bedeutend und vor allem wie reich die Stadt schon im Mittelalter war, lässt sich an der grandiosen Piazza IV Novembre sehen. Um den weiten zentralen Platz liegen einige der schönsten und wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt, wie der Dom, Fontana Maggiore oder der Palazzo dei Priori.

Weite Teile der Altstadt Perugias sind für den Autoverkehr gesperrt. Am besten, man lässt den Wagen in der Unterstadt auf einem der gut ausgeschilderten Parkplätze stehen. Mit Rolltreppen geht es dann hinauf und mitten hinein in den Multikultitrubel aus regionalem Mittelalter und internationalen Studenten, Straßenmusikanten und eleganten Geschäften.

Das historische Zentrum verteilt sich auf zwei Hügel. Auf deren hoch aufgeschütteter Verbindung verläuft der Corso Vannucci, der als allerschönste Flaniermeile Italiens gilt.

Wer erschöpft vom vielen Schauen und Laufen einen Zuckerschock braucht, wird in der Hausnummer 32, der Pasticceria Sandri, fündig. Die Konditorei ist geradezu eine Institution für Einheimische, Zugereiste und Touristen gleichermaßen. Besonders die kleinen fruchtigen Törtchen genießen Kultstatus.

Mit seinem kosmopolitischen Flair ist Perugia allerdings die Ausnahme, die die Regel bestätigt. Geprägt werden die umbrischen Hügel von Dutzenden kleiner Städtchen, die allesamt ihren mittelalterlichen Charme komplett bewahrt haben. Inmitten wehrhafter Verteidigungsanlagen, enger Gassen, Piazzas und Palazzos taucht man tatsächlich in längst vergangene Zeiten ein.

Überall stößt man auf Kirchen und Museen, die nicht nur Kunstbeflissene in Staunen versetzen. Gubbio sieht zum Beispiel schon von weitem aus, wie der Traum einer perfekten mittelalterlichen Stadt. Ein kompletter Mauerring umgibt die an einen Hang gestaffelten Häuser, dazwischen befinden sich Kirchen und Paläste, schmale, steile Gassen und weite Plätze. Die Piazza della Signoria gilt als eine der stimmungsvollsten Italiens. Vom Caffé Ducale aus kann man die Piazza genießen oder sich einfach nur vom Sightseeingstress erholen.

Reiseerinnerungen aus Umbrien

Eine zentrale Piazza fehlt dagegen in Spello. Der kleine Ort besticht aber mit verträumten Gassen, dem Dom mit innigen Fresken und malerischen Ecken von blumentopfgeschmückten, uralten Mauern. Vorausgesetzt, man hat den irrwitzig steilen Aufstieg durch die Via Consolare gemeistert.

Noch lange nach unserer Abreise wird die Erinnerung an Spello tagtäglich aufs Neue gespeist. Jedenfalls so lange, wie das Olivenöl noch reicht, das berühmte Olio di Spello. Kenner behaupten, es sei eines der besten, wenn nicht gar das beste Olivenöl Italiens. Es schimmert wie flüssiger Smaragd und ist so herrlich fruchtig-herb, dass wir es meist nur auf Crostinis geträufelt essen – so wie wir es in Umbrien schätzen gelernt haben. (Text: Lutz Kaulfuß 3/11 – Bild: dreamstime.com)

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