Malta: Geschichte & Kultur – Teil 2

Filmkulisse: Das Popeye-Dorf im Nordwesten Maltas ist heute ein Erlebnispark
Filmkulisse: Das Popeye-Dorf im Nordwesten Maltas ist heute ein Erlebnispark

Manuela kratzt beim Stadtrundgang mit dem Fingernagel an einer Steinwand. Feiner Kalkstaub rieselt herunter. „Alle Forts und Befestigungsanlagen, und 99 Prozent der Häuser sowieso sind mit Kalkstein gebaut worden.

Den gibt es auf Malta überall, nur – er zerbröselt mit der Zeit.“ Das ist schon fast die Ankündigung für den nächsten Programmpunkt der Besichtigungstour. In einem Steinbruch, der geschlossen werden musste, weil er einer Stadt zu nahe kam, wird gezeigt, wie früher die Kalksteinquader mit Meißeln und Hämmern aus dem Felsen geschlagen wurden.

Wer mag, kann ein Stück Stein nehmen. Steinmetze zeigen, wie man daraus eine kleine Figur herausarbeitet. „Reicht als Briefbeschwerer“. Stimmt! Auf Malta wohnt man im eigenen Haus. Das Land ist karg und entsprechend wenig wert, und „Steine holt man sich vom nächsten Steinbruch“. Früher schlugen sich die Hausbauer was sie zum Hausbau brauchten selbst aus dem Fels. So entstanden lange Häuserreihen auf Malta und Gozo.

Bocci-Tuniere haben auf Malta Tradition

Von den Engländern übernahm man das Kricket als einen Nationalsport, „Bocci ist der andere“. Es ist bei genauem Hinsehen eine Art Kugelstoßen. „Ähnlich wie das französische Boule-Spiel, nur dass unsere Kugeln mehr walzenförmig sind“. Da Bocci-Turniere lange dauern, werden am Spielfeldrand auch meist „Pastizzi“ verkauft: „Blätterteigtaschen mit weißem Käse oder Spinat drin, es gibt auch Gemüse-Pastizzi. Kostet nicht viel – 40 bis 50 Cent das Stück und gibt’s überall, wie auch die Bocci-Plätze“.

Marsascala und Marsaxlokk an der Süd-Ost-Ecke Maltas sind ein Pflichtstopp bei jeder Inselrundfahrt. „Da locken die Bilder in den Reiseführern. Die Fischerboote hier sind alle gelb, rot, blau und grün angemalt, und am Bug dürfen die gemalten Augen nicht fehlen. Sie schützen, daran glauben die Fischer, vor Unheil“. Aberglaube beschäftigt die Maler Maltas auch an Orten, wo man das nicht vermutet. „An Kirchtürmen werden schon mal Uhren aufgemalt. An jeder Seite mit einer anderen Zeit. Das verwirrt den Teufel, da ist man sich sicher.“

Malta als Kullisse für Hollywoodfilme

Schlechtes Wetter oder Tage mit viel Wind sind auf Malta kein Problem, auch nicht für Familien mit Kindern. Der deutsche Playmobil-Hersteller hat hier ein Zweigwerk gebaut und einen Vergnügungspark gleich dazu. „Sammler sind ganz verrückt nach einigen Figuren, die nur in Malta verkauft werden“. Aber auch der Abstecher zur Anchor Bay bei Mellieha kann sich lohnen. „Popeye ist hier zuhause“, scherzt Manuela und zeigt in eine Felsenbucht mit Steilhängen.

„Das da unten ist Sweethaven Village, wo Popeye und seine Partnerin Olive Oyl zuhause sind“. Das Dorf wurde von Bühnenbauern aus Hollywood 1979 nach den Vorbildern der in englischsprachigen Ländern bekannten Popeye-Comics errichtet. Die Geschichte des Seemanns, der keiner Rauferei aus dem Wege ging und dem Spinat ungeahnte Kräfte verlieh, wurde hier mit Robin Williams verfilmt. Aus den Filmkulissen wurde Popeye-Village, ein Erlebnispark, „täglich ab 9:30 Uhr geöffnet“.

Malta sei ohnehin eine Filiale von Hollywood, übertreibt Manuela. „Die Szenen, die in Stephen Spielbergs Film „Munich“ in Griechenland spielen, wurden in Wirklichkeit bei uns gedreht“. „Der Graf von Monte Christo“ und „Alexander der Große“ entstanden hier, wie auch der neueste Film mit Brad Pitt und Angelina Jolie‚World War Z’.

Und wenn es nicht zu heiß ist, lohnt sich ein Ausflugstag nach Valletta. „Du zeigst den Kindern die Stufen in den steilen Straßen, die sind so angelegt, dass sie für die Pferde der Ritter passten. Die Forts gegenüber von Valletta sind für ältere Kinder interessant und die Befestigungsanlagen der Stadt sowieso. „Die Upper Barracca Gardens lieben Eltern und Kinder gleichermaßen“. Die Kinder bestaunen die in einer Reihe aufgestellten Kanonen dieser Anlage, von der aus der Hafen verteidigt wurde. „Mittags wird immer eine abgefeuert, das wurde von den Briten übernommen“.

Die Erwachsenen freuen sich hier über die vielen Blumenrabatten dieser Parkanlage von 1775. Auch wenn es hier und dort einige Weingärten oder Äcker für Frühkartoffeln und Feigenbäume gibt, viel wächst auf Malta nicht. Das Wasser ist knapp und wird in großen Kavernen gesammelt, die hier zu den Häusern gehören – soweit es nicht aus einer Meerwasserentsalzungsanlage kommt.

Gozo ist da besser dran. Tonschichten verhindern, dass das Wasser versickert. „Das ist unsere grüne Insel, von hier kommen das Gemüse und das Obst“. Oder aber der Ziegenkäse, der in jedem Restaurant zum Essen mit auf den Tisch gestellt wird und bei keinem Frühstücksbuffet fehlen darf. (Text: Armin E. Möller 3.13 – Bild: FTI, TB Malta) – Seite 2

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