Florida: Newcomer-Viertel in Miami

Die Brasserie Wynwood Kitchen & Bar zählt mittlerweile zu den angesagtesten Adressen in Miami
Die Brasserie Wynwood Kitchen & Bar zählt mittlerweile zu den angesagtesten Adressen in Miami
Seit etwa sechs Jahren verzeichnet das Festland von Miami einen bemerkenswerten Aufschwung: Besonders die drei nördlich an Downtown angrenzenden Viertel Wynwood Arts District, Midtown Miami sowie der Design District gelten inzwischen als die Kunst und Kulturmeile der Stadt. Mit fliegen-sparen.de auf Streifzug durch Miamis Newcomer-Viertel.

Geographisch lässt sich das Gebiet abstecken durch den Biscayne Boulevard im Osten und die Fernstraße I-95 im Westen. Wo sich zunächst nur einige hippe Galerien ansiedelten, herrscht heute ein reger Austausch zwischen Kulturschaffenden jeder Couleur. Im Zuge dieser Entwicklung zieht es auch immer mehr schicke Shops, Clubs und Restaurants in die ehemaligen Industrieviertel.

Streifzug durch den wynwood Arts District: Kunst & Kulinarik

Der Wynwood Arts District liegt laut der aktuellen Forbes Liste auf Platz 19 der „angesagtesten Hipster Viertel Amerikas“. Mit seinen über 60 Galerien, Restaurants, Werkstätten, Studios und Design Shops sowie renommierten Sammlungen wie der Margulies und der Rubell Collection lädt er Besucher zu einem inspirierenden Streifzug ein.

Unter dem Oberbegriff Wynwood Walls können Street Art-Fans auf einem mehrere Häuserblocks umfassenden Areal die Werke von einflussreichen Künstlern aus Asien, Lateinamerika, den USA und Europa zum Nulltarif bestaunen. Besonders sehenswert: Während der Abendstunden präsentieren sich die Wände in dramatischer Beleuchtung, und jeden zweiten Samstag im Monat steigt in dem Viertel zwischen 19 und 22 Uhr der kostenlose Gallery Walk.

Ein spannendes Angebot macht das Viertel jetzt individuell „erfahrbar“, denn der Veranstalter RoamRides hat drei Vespa-Touren aufgelegt, die Besucher vom Szene-Viertel South Beach in das ehemalige Industrieviertel Wynwood führen. Die Teilnehmer cruisen mit den wendigen Flitzern zunächst über den Venetian Causeway aufs Festland. Unter fachkundiger Führung von lokalen Künstlern entdecken sie anschließend den aufregenden Kunst-Bezirk. Dabei widmen sich die Touren, von der „Wynwood Street Art Tour“ über die „Gallery Tour“ bis hin zur „Collections Tour“ jeweils einem anderen Thema.

Direkt gegenüber der Wynwood Walls öffnete die Brasserie Wynwood Kitchen & Bar (WKB) ihre Pforten. Mit dem renommierten Chef Marco Ferraro und nicht zuletzt wegen seiner außergewöhnlichen Optik zählt das Lokal inzwischen zu den angesagten Adressen der tropischen Metropole: Vor einem Kunstwerk der amerikanischen Street-Art-Gruppe Dearraindrop können Gourmets und Kulturfreunde im Freien kleine Köstlichkeiten und Cocktails genießen. Im Inneren zeigt sich das ehemalige Lagerhaus mit industriellem, aber dennoch gemütlichem Dekor: Dunkle Eichentische, Treibholz an den Wänden, zeitgenössische Metallstühle sowie eine lederbezogene Bar machen den außergewöhnlichen Stilmix aus.

Rund um die Bar zieht sich ein neues, farbenfrohes Graffiti von Shepard Fairey, dem Künstler hinter dem berühmten Kampagnenposter von Barack Obama. Den Dining Room zieren gut sechs Meter hohe abstrakte Gemälde des Berliner Künstlers Christian Awe. Netter Gag: Sämtliche an den Wynwood Walls beteiligten Künstler werden im WKB in nach ihnen benannten Cocktail-Kreationen verewigt. Der neue Chef Miguel Aguilar bringt in Wynwood eine moderne Küche mit französischen, italienischen und amerikanischen Einflüssen sowie regionalen Bio-Zutaten auf den Tisch.

Im Herzen von Wynwood liegt das moderne italienische Café Joey’s. Es präsentiert sich als elegantes und zu gleich relaxtes Bistro, welches Kritiker in führenden Medien wie dem Food & Wine Magazin, dem Wall Street Journal oder dem Boston Globe als eines der besten neuen Pizza-Restaurants der Vereinigten Staaten rühmen. Der 33-Jährige Ivo Mazzon aus dem Veneto füllt die rustikale schwarze Schiefertafel, die als Menükarte dient, mit Gerichten aus seiner Heimat zum moderaten Preis: Antipasti, Pasta, gesunde, frische Klassiker und Pizzen mit hauchdünnem Boden.

Sämtliche Zutaten stammen aus der Region rund um Miami. Das Interieur unterstreicht den künstlerischen Anspruch des Viertels: Weiße Marmortische kontrastieren mit einem polierten Boden aus Beton, und eine offene Küche sowie ein italienisches Bisazza-Mosaik runden das elegante Ambiente ab. Insgesamt 40 Sitzplätze befinden sich im Inneren des Lokals, während weitere 35 Gäste auf der Terrasse zwischen duftenden Kräutern und Orangenbäumen Platz finden.

Midtown Miami

Zwischen Wynwood und dem Design District liegt Midtown Miami. Bequeme Gehwege ermöglichen einen Bummel durch die zahlreichen Shops, Restaurants, Kunstgalerien und Parks. Hier eröffneten die Erfinder des beliebten SushiSamba Restaurants in South Beach ein neues Szene-Lokal: Sugarcane raw bar grill setzt mit gleich drei verschiedenen Ansätzen auf kulinarische Vielfalt. Dazu zählen die Robata, eine Jahrhunderte alte ländliche Grillmethode für Fleisch auf dem Holzfeuer, die heiße Küche sowie die rohe Bar. Chef Timon Balloo bereitet bewusst viele kleine Portionen zu, und fordert seine Gäste zum genussvollen Teilen auf. Die Einrichtung von Sugarcane reflektiert die Authentizität und Wärme der Stadt durch wiederverwertete Hölzer, Second-Hand- und Fundstücke, Graffiti-Kunst sowie modernes Design.

Nachhaltigkeit steht im Mittelpunkt des neuen Restaurant- und Bar-Konzepts Sustain in Midtown, welches Ende 2010 seine Pforten öffnete. Das Motto von Chef Alejandro Piñero lautet: ökologisch, saisonal und einfach. Moderate Preise, Bio-Fleisch aus der Region, verantwortungsvoll gefischte Meerestiere sowie delikate einheimische Zutaten bilden die Grundlage für ein zeitgenössisch amerikanisches Geschmackserlebnis. Der „50 mile“ Salat etwa besteht ausschließlich aus Ingredienzien, die im Umkreis von 50 Meilen um das Restaurant gewachsen sind. Neben grünen Details wie LED-Leuchten, kohlenwasserstofffreien Farben oder umweltfreundlich produzierten Textilien setzten die Innendesigner auch optisch auf Nachhaltigkeit und installierten Skulpturen aus recyceltem Aluminium, einen Torso aus Mangrovenholz oder Handwerkskunst einheimischer Künstler.

Design District

Der Design District gilt als Mittelpunkt der Möbeldesign- und Einrichtungsindustrie in Südflorida. Hier reihen sich Innenausstatter, Ausstellungsräume und Kunstgalerien aneinander, die auch für das breite Publikum zugänglich sind. In jüngster Zeit haben sich hier auch schicke Clubs und Lounges angesiedelt, die mit ihrer Mischung aus Techno, House und Kunstevents spät abends ein illustres Szene-Publikum anlocken. Ursprünglich nur als einfaches Bistro für die unmittelbare Nachbarschaft konzipiert, entwickelte sich Michael’s Genuine Food & Drink nach seiner Eröffnung im März 2007 rasant zu einem der Hot Spots für Gourmets und Weinkenner.

Erst 2010 wurde Michael Schwartz mit dem James Beard Preis für den besten Chef im Süden der USA ausgezeichnet. Seine puristischen, perfekt ausgeführten Gerichte bezeichnet er selbst als zeitgenössisch-amerikanisch mit einfachen, frischen Zutaten – vorzugsweise von kleinen Bauern aus der Region. Für die aufregenden Desserts zeichnet Hedy Goldsmith, eine talentierte Konditorin und langjährige Freundin von Michael Schwartz, verantwortlich. Sonntags zwischen 11 und 15 Uhr lockt der angesagte Brunch mit seinen riesigen Portionen zahlreiche Besucher – eine Reservierung wird daher empfohlen. Cocktailfans können wochentags zwischen 16:30 und 18:30 Uhr Klassiker wie Manhattans oder Sidecars zum halben Preis schlürfen.

Eine der prominentesten Köchinnen der Sonnenmetropole, Michelle Bernstein, legte bereits 2005 mit der Eröffnung ihres Flaggschiff-Restaurants Michy’s den Grundstein für den Aufschwung des bis dato wenig entwickelten Gebiets rund um den Biscayne Boulevard. Zunächst ein Geheimtipp, verwandelte sich das Lokal schnell in einen Magnet für Gourmets. Heute zählt Michy’s zu den Top 50 Restaurants in den USA. Mit dem vielseitigen Tapas-Restaurant Sra. Martinez setzen die Gewinnerin des James Beard Awards, Michelle Bernstein, und Ehemann David Martinez ebenfalls auf den Design District: Das Paar serviert im ehemaligen Postgebäude aus den 20er Jahren eine lateinamerikanische Interpretation klassischer spanischer Tapas. Die Speisekarte ist unterteilt in die Abschnitte „kalt und kross“, „warm und üppig“ sowie „Platos Grandes“ (große Portionen). Die Preise rangieren zwischen fünf und 36 Dollar. Auch Liebhaber von innovativen Cocktailkreationen kommen bei Sra. Martinez auf ihre Kosten. (pm – Bild: Moris Moreno)

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