Tallinn: Kurztrip in Estlands Metropole

Oberstadt: Von einer Aussichtsplattform genießen Urlauber den tollen Blick auf die Unterstadt
Oberstadt: Von einer Aussichtsplattform genießen Urlauber den tollen Blick auf die Unterstadt

Estland, Lettland und Litauen haben eine jahrhundertealte, wechselhafte Geschichte mit wertvollen Kunstdenkmälern und Sehenswürdigkeiten zu bieten. fliegen-sparen.de besucht Tallinn, die Hauptstadt Estlands.

Von München oder Frankfurt fliegt man gut zwei Stunden bis Riga in Lettland, dem Zentralflughafen des Baltikums. Von dort aus gehen die Verbindungsflüge sowohl nach Skandinavien wie auch nach Estland, Litauen oder anderen lettischen Städten. Diese Umsteigerei mit Wartezeiten macht die Sache leider etwas länger und umständlicher. Schneller und vielleicht interessanter könnte eine Überfahrt von Helsinki mit der Fähre (2 Stunden) oder einem Schnellboot (1,5 Stunden) sein.

Die über 800 Jahre alte estnische Hauptstadt Tallinn hat zwei Gesichter: historisch und supermodern. Unterwegs in der Altstadt, fühlt man sich wie ins Mittelalter zurückversetzt. Aber in den alten Gebäuden residieren schicke Cafés, Restaurants und Clubs mit viel jungem Volk.

Dekorative Designer-Shops, trendige Bars und elegante Nobelhotels mit ausgezeichneten Wellness-Angeboten ergänzen das Stadtbild. Auch modernste IT-Technik, wie kostenlose WLAN-Verbindung, ist hier zu Hause. Mit Recht ist man stolz darauf, dass „Skype“ in Estland erfunden wurde.

Die Altstadt von Tallinn entdecken: Obere Stadt und Unterstadt

Die Altstadt, die bekannteste Sehenswürdigkeit, zieht jedes Jahr Scharen von Touristen an. In den sich schlängelnden, mit Kopfsteinpflaster bedeckten mittelalterlichen Straßen, verbergen sich interessante Innenhöfe, spitztürmige Kirchen und alte Handelshäuser. Die Altstadt besteht aus zwei Teilen: Auf dem Domberg (Toompea Hill) befindet sich bereits seit dem 11. Jahrhundert eine Burg.

In diese Obere Stadt gelangt man entweder über die Treppen des steilen „kurzen Bein“ oder über das breitere, bequemere „lange Bein“, wo früher die Pferdewagen fuhren. Von einer Aussichtsplattform genießt man den überwältigenden Blick auf die Unterstadt. Fotoapparate bitte bereit halten.

Die in der Nähe stehende Alexander-Nevsky-Kathedrale wurde 1900 nach russischen Entwürfen gebaut. Mit ihrer Größe und den Zwiebeltürmen passt sie nicht so wirklich in die Umgebung. Umso schöner ergänzt die nahe Domkirche – Kathedrale of Saint Mary the Virgin das Burg-Ensemble. Sie gehört zu den ältesten Gotteshäusern Estlands. Außen gotisch und im barocken Inneren, erzählen mehrere Wappenschilder die Geschichte des Adels.

In der Unterstadt, dem Teil des mittelalterlichen Tallinn, wohnten einst die Kaufleute und Handwerker. Seit dem 13. Jahrhundert spielte hier der Handel eine immer wichtigere Rolle. Bereits in dieser Zeit hatte man begonnen, die Stadt zu befestigen und die Mauer um die gesamte Altstadt auszubauen. Die zwei Kilometer lange Stadtmauer mit 26 Türmen zählt auch heute noch zu den wichtigsten Touristik-Attraktionen.

Teil der Befestigungsanlage ist der 45 Meter hohe sechsstöckige Wehrturm „Kiek in de Kök“, der bereits seit dem 15. Jahrhundert steht. Sein Name kommt aus dem Niederdeutschen und bedeutet „Guck in die Küche“, denn angeblich konnten die mittelalterlichen Soldaten von den oberen Fenstern den Leuten in der Unterstadt in die Töpfe schauen.

Das Juwel in der Tallinnschen Altstadt ist das gotische Rathaus „Raekoda“, das Zentrum bürgerlichen Regierens vom Mittelalter bis zum frühen 20. Jahrhundert. Sein achteckiger schlanker Turm mit der Wetterfahne, der „alte Thomas“, ist das Symbol der Stadt. Um das Rathaus gruppieren sich mittelalterliche Häuser mit guten Restaurants.

Ein ausgesucht schönes Gebäude am Rathausplatz ist die Ratsapotheke „Raeapteek“, eine der ältesten Apotheken der Welt, die bereits 1422 schriftlich erwähnt wurde. Seit dieser Zeit befindet sich in diesem Gebäude kontinuierlich eine Apotheke, aber auch ein kleines Museum. Sehenswert sind auch die ehemaligen Häuser von Handwerkern und Kaufleuten, wie z.B. das Schwarzhäupterhaus, Sitz der unverheirateten deutschstämmigen Kaufleute.

An der langen Straße „Pikk“, die früher Burg und Hafen verband, befinden sich noch weitere interessante Gildehäuser, wie die von der Olai-Gilde, der Kanuti-Gilde und der Großen Gilde (einflussreichste Kaufleute der Stadt). Die „Drei Schwestern“ sind besonders schöne Häuser aus dem 15. Jahrhundert, die ein reicher Kaufmann für seine Töchter bauen ließ.

Tallinn: Erholen im Stadtviertel Kadriorg

Tallinn besitzt viele Kirchen für verschiedene Religionen, errichtet von unter- schiedlichen Orden. Einige Beispiele: Die massive Nikolaikirche, ehemalige Kaufmannskirche, wurde auch als Waffenlager genutzt. Die Olaikirche gehört zu den höchsten Gotteshäusern der Welt und die Heiliggeistkirche diente im Mittelalter auch als Krankenhaus und Ratskapelle.

Das Stadtviertel Kadriorg (Katharinental) ist eine grüne Oase. Es wurde am Anfang des 18. Jahrhunderts von Zar Peter dem Großen erbaut und nach seiner Gemahlin Katharina I. benannt. Das prächtige Barockschloss, der große Park mit vielen Brunnen und Teichen, sind heute ein beliebtes Naherholungsgebiet. Im ehemaligen Palast befindet sich die Sammlung ausländischer Kunst. Nebenan dient das hochmoderne Hauptgebäude des Estnischen Kunstmuseums (KUMU) als Nationalgalerie für moderne Kunst.

Im ehemaligen Arbeiterviertel „Kalamaja“ (Fisch Haus) leben und arbeiten heute viele junge und kreative Menschen der Alternativszene. Für diesen Stadtteil sind die farbenfrohen altmodischen Holzhäuser (etwa 500 Stück) charakteristisch, die auch „Tallinn-Häuser“ genannt werden. Die zwei- oder dreistöckigen Gebäude haben zwei symmetrische Holzflügel, verbunden in der Mitte mit einem Stiegenhaus aus Stein. Im Kalamaja-Viertel sollte man Tallinns neuestes Museum, den Seeplane Harbour (Wasserflughafen) besuchen. Die Hangars des früheren Flugboothafen wurden zu einem riesigen Hightech-Museum umgewandelt.

Die Highlights der estnischen Küche

Die traditionelle estnische Küche ist stark durch deutsche Einflüsse geprägt, wird aber auch von der skandinavischen und russischen Küche beeinflusst. Früher war sie sehr schlicht und kam mit den heimischen Grundnahrungsmitteln wie Sauerkraut, Schweinefleisch, Kartoffeln, viel Milch und Milchprodukten (Buttermilch, saure Sahne) aus.

Ein bedeutendes Nahrungsmittel ist in Estland selbstverständlich der Fisch, wie z. B. Salzhering. Bei den Süßigkeiten steht „Kohuke“, eine mit Hüttenkäse und Aromen gefüllte Schokolade mit an erster Stelle. Empfehlungen: Leib Resto ja Aed – in einem kleinen Garten am Rande der Altstadt gelegen, ist eine versteckte kulinarische Oase. Junge leichte estnische Küche mit viel Esprit, Speisen mit phantastischer Qualität, nettes Personal. Peppersack – authentisches mittelalterliches Ambiente mitten in der Altstadt, Essen und Trinken nach Hanseart, besonders für Fleischfans zu empfehlen.

Das Restaurant Tschaikovsky befindet sich im Nobelhotel „Telegraaf“, im Herzen der Altstadt. Romantische Luxusausstattung, hervorragende russische und internationale Küche, professioneller Service. Restaurant Neh: 2012 stand dieses Lokal auf der Liste der Top 10 der estnischen Restaurants. Das Essen ist landestypisch, mit wenig Gewürzen. Clazz: ist nicht nur ein Lokal, wo man Tag und Nacht etwas zu essen bekommen kann. Es ist auch Club und Nachtlokal, wo es in angenehmem Milieu leckere Cocktails und Life-Musik gibt. (Text: Maria Lujza Brandt 3.13 – Bild: Toomas Volmer )

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