La Gomera: Kleine Insel ganz groß

Die Bucht La Puntilla im Valle Gran Rey: Schroffe Steilwände und schwarzsandige Strände
Die Bucht La Puntilla im Valle Gran Rey: Schroffe Steilwände und schwarzsandige Strände

Die kleine Kanareninsel La Gomera liegt abseits des Massentourismus. Wanderer und Individualisten fühlen sich hier pudelwohl. Auf kleinstem Raum werden eine faszinierend abwechslungsreiche Landschaft und ein das ganze Jahr hindurch frühlingshaftes Wetter geboten. Entdecken Sie mit fliegen-sparen.de die zweitkleinste Kanareninsel La Gomera.

Schroffe Steilwände und schwarzsandige Strände. Üppige Tropengärten und mystische Bergnebelwälder. Es ist kein Werbegag: La Gomera ist wirklich atemberaubend vielfältig. Eine extreme Topographie hat auf kleinstem Raum eine Fülle unterschiedlicher Lebensräume geschaffen, die vor allem Wanderer, Mountainbiker und Individualtouristen in ihren Bann zieht.

Ohne internationalen Flughafen ist La Gomera nicht tauglich für den Massentourismus. Doch wer die rund einstündige Fahrt mit der Fähre von Los Christianos auf Teneriffa in Kauf nimmt, den erwartet eine Landschaft so abwechslungsreich, wie sonst vielleicht auf einem ganzen Kontinent. Im Inneren der kreisrunden Insel schwingt sich eine zerklüftete Bergwelt bis knapp 1500 Meter Höhe auf. Von hier aus ziehen sich steile, tiefeingeschnittene Täler bis zum Meer und enden meist in schwarzsandigen Minibuchten.

La Gomera: Herrliche Strände im Valle Gran Rey

Nur im Valle Gran Rey gibt es größere Strände. Die waren auch der Hauptanziehungspunkt für Hippies und Aussteiger, die La Gomera in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts „entdeckten“. Auch heute noch spielt sich im Tal-Delta der meiste Tourismus ab. Die Playa Charco del Conde ist eine seichte, sichere Lagune, an der selbst Kleinkinder in aller Ruhe spielen können.

Auch die sanft abfallende, durch die Hafenmole gut geschütze Playa de Vueltas eignet sich für Familien. Und neben der Playa del Ingles, dem legendären Strand der Nackten, ist die Hauptattraktion des Valle Gran Rey natürlich der lange, gleichnamige Hauptstrand.

Wem das Baden zu langweilig wird, kann vom Hafen aus unterschiedliche Bootstouren unternehmen. Etwa um zu tauchen oder um Wale und Delfine zu beobachten. Bereits 28 verschiedene Walarten wurden hier gesichtet. Zwischen März und Anfang Juni liegt die Sichtungsrate für Wale bei fast 100 Prozent, ist aber auch den Rest des Jahres überdurchschnittlich hoch.

Selbstverständlich gibt es hier Firmen, die sanftes, respektvolles Whale Watching nach den Regeln der europäischen Charta für nachhaltigen Tourismus in Schutzgebieten durchführen. Und die Abwechslung vom wogenden Nass bieten die erstarrten Felsformationen im Inselinneren. Man muss nur ein paar Schritte ins Valle Gran Rey hinein machen, um ganz entrückte Perspektiven zu erhalten.

Valle Gran Rey: Eines Großen Königs würdig

„Valle Gran Rey“ – Der Name der Schlucht klingt nicht nur im Spanischen gut. Auch die deutsche Entsprechung „Tal des Großen Königs“ mutet märchenhaft an. Woher der Name kommt, weiß heute niemand mehr so genau. Treffender könnte er allerdings nicht sein. Die Schlucht ist nicht einfach nur königlich, sie ist eines wahrhaft Großen Königs würdig. Sie ist einer der größten Canons der Welt und in ihrer Beschaffenheit an Dramatik kaum zu überbieten.

Ihre Wände türmen sich vom Meeresniveau bis zu 1000 Metern Höhe auf und sind im oberen Drittel so steil, wie man es sonst nur aus hochalpinen Lagen kennt. Im scharfen Gegensatz dazu steht der üppig grüne Talgrund. Selbst im oberen Tal, in dem letztes Jahr einige Häuser den Flammen zum Opfer fielen, sprießt es schon wieder. Weiter unten im Tal ist alles so prächtig wie eh und je. Die Dörfer sind hübsch rausgeputzt. An den Wohnhäusern gibt es viele Geranien, auch Bougainvilleen gehören zur Grundausstattung.

Knallbunte Blumen, etwa die mancherorts wie Unkraut wuchernden Strelitzien, runden das subtropische Flair ab. Am auffälligsten sind natürlich Tausende von Palmen. Allesamt Kanarische Dattelpalmen mit ihren prächtig runden Kronen. Doch einige scheinen krank zu sein, oder wurden sie doch Opfer der Flammen? Nur ein paar kümmerliche Wedel strecken sich empor. „Nein, nein, die sind vollkommen gesund“, versichert unserer Wanderführer.

An diesen Exemplaren wird der Palmhonig gewonnen. Dazu müssen fast alle Wedel entfernt werden, um Platz für eine topfgroße Vertiefung zu schaffen. Darin sammelt sich das Harz, aus dem der Palmhonig hergestellt wird. Dass sich der ganze Aufwand lohnt, wird spätestens im Gasthaus klar. Kaum ein gomerischer Nachtisch, bei dem nicht reichlich Miel de Palma im Spiel ist.

Immergrüner Urwald im Parque Garanjonay

Eine völlig andere Welt betritt man im Parque Garanjonay, einem Naturschutzpark, der von der Unesco wegen seiner Einzigartigkeit den Titel Welterbe verliehen bekam. Anlässlich verheerender Brände erregte der Park viel mediale Aufmerksamkeit. Angeblich stand damals das ganze Welterbe in Flammen. Doch die Inselregierung konnte vermelden, dass über 80 Prozent des Garanjonay von den Flammen nicht berührt wurde.

Hauptsächlich die seit rund 30 Jahren wiederaufgeforsteten Gebiete im Süden und Südwesten des Parks waren betroffen. Das ist zwar ein immenser Verlust, doch der Garanjonay hatte auch riesiges Glück im Unglück. Denn vollkommen verschont blieben die uralten, biologisch wertvollsten und nicht zuletzt auch beeindruckendsten Lorbeerwälder an den Nordhängen.

Dieser immergrüne Urwald ist ein lebendes Fossil. Einst war ganz Europa mit ihm bedeckt, und nur hier hat sich ein kleiner intakter Rest in die Gegenwart gerettet. Heute ist er ein geradezu märchenhaft anmutendes Wanderparadies, das auf mehreren Routen entdeckt werden kann. Oft ist der Lorbeer-Urwald in die von Norden her anrollenden Passatwolken gehüllt.

Allein schon das Setting mutet urzeitlich an und ist geprägt von knorrigen, bemoosten Ästen, von denen Bartflechten herabhängen und riesigen, bis zu zwei Meter hohen Farnen. Dazwischen entfaltet sich im Spiel aus Nebel, Licht und Schatten eine geradezu mystisch entrückte Welt. Wanderungen durch diesen Zauberwald sind nicht nur weltweit einzigartig, sondern gehören auch zu den nachhaltigsten Bildern, die man von einem Trip nach La Gomera im Kopf behält. (Text & Bild: Lutz Kaulfuß – 4.13)

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