Oman. Salalah – Interessantes über Arabiens Newcomer

Oman Palast
Oman Palast

Ausflug nach Taqa
Taqa wirkt, etwa auf der Hälfte der Strecke zurück nach Salalah, sauberer und modernder. Ein etwa 300 Jahre altes Fort wurde zum Museum ausgebaut, in dem das Alltagsleben eines Walis (Gouverneur des Sultans) vor rund 100 Jahren gezeigt wird: Schlafzimmer, Kinderzimmer, Küche, aber auch das Gefängnis für Untersuchungshäftlinge. Wenige Gehminuten vom Museumsfort entfernt, steht das leere Geburtshaus der Mutter des Sultans, der hier seine ersten Lebensjahre verbrachte. Kamele überqueren auf diesem Ausflug immer wieder die Fahrbahn. Etwas höher in den Bergen warnen Verkehrsschilder mit Kuhsilhouetten vor anderen vierbeinigen Gefahren. Es sind die einzigen „Hindernisse“ (außer Ampeln und unzähligen Straßenhöckern) vor denen Mohammed, unser Wegweiser, die Geschwindigkeit auf Schritttempo reduziert. Er will mir so viele Schätze seines Landes wie möglich zeigen. Einer der bedeutendsten ist das Grab des Propheten Hiob, etwa eine halbe Autostunde außerhalb von Salalah, und der 30 Meter lange Sarkophag des arabischen Propheten Nabi Umram (auch Imran), der der Vater der Jungfrau Maria, also der Großvater von Jesus, gewesen sein soll.

Das teuerste Parfüm der Welt
Hier beten vor allem Gläubige aus Bangladesch und Pakistan, Gastarbeiter, ohne die der Oman nicht auskommen kann. Sie arbeiten auf dem Fisch-, Fleisch- und Gemüsemarkt sowie im alten Souk. Dort kann man den besten Weihrauch (grünlich gefärbt) und die intensivsten Düfte kaufen, leider nicht das teuerste Parfüm der Welt „Amourage“. Das Rezept soll direkt vom Sultan stammen. Mit bis zu 1.400 Euro wird das Duftwässerchen (50 ml) gehandelt. Es duftet rosig-lieblich für Frauen, für Männer eher herb-würzig nach Moschus und Amber. Ein Tropfen soll genügen, um drei Tage gerochen zu werden. Das Eau de Toilette gibt es glücklicherweise inzwischen für 140 Euro, Mohammed schüttelt den Kopf. „Nimm den Duft, den mein Freund im Souk mischt“, rät er. Der riecht ähnlich wie „Amourage“, hält ebenfalls drei Tage, kostet aber nur umgerechnet 10 Euro.

Zum Abschied hat Mohammed noch eine Überraschung parat. „Ich will nach Deutschland kommen, wie mein Sultan“, sagt er. „Ich will der einzige Fremdenführer in Salalah werden, der deutsch kann.“ Mal abwarten, wenn die Hotelmeile noch weiter ausgebaut wird – Platz genug ist an der rund 300 km langen Sandstrandküste. Mitte letzten Jahres hat der internationale Flughafen von Salalah nach vielen Verzögerungen endlich eröffnet und es gibt vereinzelte Direktflüge. Die Flugpreise der Via-Verbindungen sind im Vergleich zu den Preisen der Nonstopflüge extrem günstig (siehe Infos).

Tipp: Einfach einen Zwischenaufenthalt in Muscat einplanen. Eine der schönsten Moscheen und der elegantesten Großbazare warten.

Das neue Trendziel mit Sonnengarantie im Winter lockt mit vielen sehenswerten Orten. Kilometerlange weiße Sandstrände, grüne Palmenwälder und mehr: Darüber berichte ich in der neuen Ausgabe des Reisemagazins Clever reisen! – Ausgabe 1.16 hier online bestellen.

Text: Wolfgang Polte
Bild: Oman Ministry of Tourism

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