Montenegro – Grüne Wälder – schwarze Berge

Montenegro – Grüne Wälder – schwarze Berge
Montenegro – Grüne Wälder – schwarze Berge
Für seine schöne Adriaküste ist Montenegro mittlerweile bekannt, aber die Bergwelt ist noch immer ein Insider-Tipp: Dabei gibt es in dem kleinen Land insgesamt 6.000 Kilometer Rad- und Wanderwege.

Warum so früh?“, brummt Daniel Vincek mit rollendem R und der Autorität all seiner 86 Jahre. Es ist halb neun Uhr morgens, in braunen Pantoffeln steht der Hausherr auf seiner Terrasse und verteilt Apfelschnäpse. Dann tritt er die paar Stufen hinunter in seinen Garten und stapft zügig los, im Schlepptau seine hochprozentig erwärmten Besucher.

Mit einem Holzstock zeigt er auf filigrane Pflänzchen, erklärt in pointenreichem, altmodischem Deutsch Herkunft und Heilkraft und lässt vor allem die Gewächse nicht aus, denen eine aphrodisische Wirkung nachgesagt wird.

Vor gut 30 Jahren hat Daniel seinen botanischen Garten angelegt, es ist landesweit der einzige, der den seltenen Bergpflanzen gewidmet ist. Daniel kennt jede, der etwa 400 Sorten, auch wenn fürs Gießen und Unkrautzupfen heute seine deutlich jüngere Frau Zora zuständig ist. „Wissen Sie, ich kann nicht mehr so gut im Garten arbeiten und auch das Wandern und Bergsteigen geht nicht mehr, aber früher war ich immer unterwegs“, sagt der alte Herr.

Und so erfahren die Gäste ganz nebenbei, dass er nicht nur Montenegros erster Kräuter-Guru ist, sondern auch in Sachen Wandern ein Pionier: 15 Bücher über das Wandern in seiner Heimat hat er geschrieben. Dabei waren die Berge bis vor kurzem noch weiße Flecken auf der Landkarte Montenegros – eines Landes, das selbst noch Vielen wie ein weißer Fleck erscheint.

Grüner Urwald & türkiser See
„Die Adriaküste ist immerhin denen bekannt, die in den 1970er- und 1980er-Jahren mit dem Auto nach Jugoslawien fuhren. Aber die Berge sind noch echtes Neuland“, sagt Kirsi Hyvärinen wenig später im nahen Nationalpark Biogradska Gora. Die dynamische Finnin, die für die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit den Tourismus in Montenegro unterstützt, hat sich in die abgelegenen Gebiete verliebt.

„Schon dieser Nationalpark hier ist etwas ganz Besonderes, er wurde im Jahr 1878 gegründet, nur sechs Jahre nach Yellowstone in den USA“, sagt sie. Damit ist der Biogradska Gora der zweitälteste geschützte Nationalpark der Welt und mit seinen teilweise über 500 Jahre alten Bäumen in Teilen ein echter Urwald.

Kirsi weist den Weg um den See, der in einem fast künstlich wirkenden Swimmingpool-Türkis leuchtet, stapft durch kniehohe Bärlauchfelder und als es schließlich in einer 70-prozentigen Steigung bergauf geht, findet sie immer noch genug Atem, um die Schönheiten Montenegros zu beschreiben: „Das Land ist kleiner als Schleswig-Holstein, aber es gibt hier drei Klimazonen.

Dazu unberührte, extrem unterschiedliche Landschaften, die längste und tiefste Schlucht Europas, Almen und schneebedeckte Gipfel – und das alles am Mittelmeer!“ Es geht weiter bergauf, über mächtige umgefallene Baumstämme in der Hoffnung, dass sich die im Nationalpark heimischen Wölfe, Bären und Wildschweine weiträumig verdrückt haben.

Die Alm, die schließlich mit Müh und Not erreicht wird, entlohnt für alle Anstrengungen. (Text: Judith Hyams, Bilder:  FA Montenegro)

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