Mauritius: Glamour gibt’s günstiger

Die Ostküste von Mauritius ist eine wunderschöne Landschaft weißer Sandstrände, Palmen und Meer.
Die Ostküste von Mauritius ist eine wunderschöne Landschaft weißer Sandstrände, Palmen und Meer.

Die Insel vor der afrikanischen Südostküste gilt bei vielen noch als Ziel für Millionäre. Das hat sich seit kurzem gründlich verändert. Es gibt jetzt Urlaub zum Kanarenpreis und noch günstiger!

Bunte Vielfalt. Einsame weiße Sandstrände machen vor allem die Ostküste zum tropischen Badeparadies, besonders um Trou d’Eau Douce (übersetzt „Süßwasserloch“). Neben der Quelle des Südwasserteichs ist die Anlegestelle der Boote, die auf‘s Meer zum Angeln oder Tauchen bringen.

Nachts verwandelt sich die Naturidylle am Strand oft zur bunten Partyszene. Getanzt wird bis zum frühen Morgen, meistens zu Sega-Rhythmen, dem Klang der Insel.

Zehn Euro pro Tag reichen Thierry, um sich wie ein Prinz zu fühlen. Von seinem Häuschen in Tamarin ist er in fünf Minuten am Strand. Hier macht er das, was auf Mauritius heimlicher Nationalsport ist: Picknick plus Party. Seine kleine Modeboutique kann er meistens schon nachmittags schließen. Dann kommen kaum noch Kunden. Also ab ans Meer. Zuerst wird mit einem Picknick für die richtige Unterlage gesorgt, dann fließen Cocktails und manchmal auch Champagner.

Thierry (36) startet mit einem Rum Coco-Cocktail. Yvonne, seine Freundin, bevorzugt Weißwein aus Südafrika und noch lieber Schampus. Beides müssen neue Gäste aus Übersee als eine Art Einstand mitbringen. Sie werden auf Mauritius aufgenommen wie alte Freunde.

Nirgendwo auf der Welt mischen sich Einheimische und Touristen so schnell wie in Tamarin an der Westküste. Der breite Strand des früheren Hippie- und Surfertreffs ist heute noch immer bestes Surfrevier; aber in der Hochsaison zwischen November und Januar wird er zum internationalen Partytreff mit Glamour und einer traumhaften Kulisse:

Sterne funkeln vom Himmel. Aus den Palmen blinken bunte Lichterketten. Im weichen Sand wird barfuß getanzt. Es fließen Whisky, Wein und Wodka fast zum Nulltarif, weil jeder etwas mitgebracht hat.

Schon am zweiten Abend auf der Insel finde ich diese Szene. Ich liege auf der Terrasse des Hotels „Tamarin“. Von irgendwo höre ich den Evergreen „Fremde in der Nacht“. So fühle ich mich auch. Noch fremd, noch allein.

Der Schmusesong macht mich neugierig. Nach wenigen Schritten sehe ich woher er kommt. Noch etwas schüchtern nähere ich mich der Partyszene, bekomme einen Cocktail in die Hand gedrückt. „Den Einstand kannst du auch morgen mitbringen“, klärt mich Thierry auf, den ich hier kennenlerne und der mir in den nächsten Tagen zeigt, dass ich meinen Urlaub auch rund 500 Euro billiger hätte haben können, rund 1.400 statt 1.900 Euro, z. B. wenn ich das Guesthouse „Chez Jacques“ gleich hinter dem „Tamarin“ gebucht hätte. Dort gibt es Einzelzimmer für 1200 Rupien (etwa 30 Euro) statt 120 Euro.

Thierry zeigt mir in den nächsten zwei Wochen wie es möglich ist, Mauritius zwar auch schön, aber mit einer etwas kleineren Brieftasche zu erleben. Auf den Märkten sind Obst und Säfte über ein Drittel billiger als in den Hotels.

Teure Discos kann man sich sparen, weil die Strandfeten zum Nulltarif viel lustiger sind. Für Nicht-Partyfans gibt es kostenlose Sehenswürdigkeiten wie das National History Museum in Mahébourg oder den Botanischen Garten in Curepipe. Für 50 Rupien (rund 1,25 Euro) kann man sich eine Stunde durch den einmaligen Botanischen Garten von Pamplemousses.

200 Rupien kostet die 20minütige Bootsfahrt zur Trauminsel Ile aux Cerfs, die den schönsten Strand von ganz Mauritius hat. Dabei musste Thierry allerdings handeln. Im Luxushotel „Le Touessrok“ gleich neben dem Bootsanlegesteg muss man für eine Nacht mindestens 316 Euro zahlen, allerdings mit Frühstück.

Text: Wolfgang Polte (CR 04.16)
Bild: pixabay

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