ComfortClass oder Sardinenbüchse? – Die Premiumklassen der Billigflieger im Test

Zwei zufriedene Passagiere im Flugzeug

Eigentlich ist es eine der wichtigsten Forderungen des klassischen Billigflieger-Konzeptes, dass es nur eine Einheitsklasse an Bord gibt. Allerdings adaptieren viele Billigfluggesellschaften ihr Angebot auf der Langstrecke und bieten auch bequemere Alternativen an.

Verblüffende Zahlen bei den Sitzabständen

Die enge, spartanische Bestuhlung der Billigflieger ist ja fast schon berühmt-berüchtigt. Doch auf der Langstrecke kocht jede Fluggesellschaft ihr ganz eigenes Komfort-Süppchen. Besonders deutlich wird das in punkto Beinfreiheit, die den Passagieren geboten wird. In Fachkreisen wird das meist mit dem Sitzabstand ausgedrückt. Er gibt den Abstand zwischen zwei Stuhlreihen an festgelegten Punkten wieder. Bei den Premium Economy Klassen der etablierten Linienfluggesellschaften sind es meist 96,5 Zentimeter Sitzabstand. So etwa bei Air France, British Airways oder auch Lufthansa. Diesem Vorbild nacheifernd, schicken die Billigflieger auf der Langstrecke nunmehr eigene Komfort-Sitzreihen ins Rennen um die Passagiere.

Mit 94 Zentimetern bleiben die spanische Neugründung Level, sowie Wow Air aus Island etwas darunter. Dem Vorbild der Linienflieger haben sich hingegen die singapurianische Scoot und die australische Jetstar mit je 96,5 Zentimetern Sitzabstand in ihren Premiumklassen angepasst. Jetzt kommt aber die große Überraschung, denn einige Billigmarken bieten richtig großzügige Sitzabstände an – weit jenseits der 96,5 cm. Bei der arabischen Preiswertmarke FlyDubai sind es 106 Zentimeter, bei Eurowings und Norwegian sogar 115-116 Zentimeter. Den Vogel schiesst jedoch der malaysische Billigflieger Air Asia X ab. Hier wird an Bord der Premiumklasse ein Sitzabstand von stolzen 152,4 Zentimeter geboten. Zudem lässt sich der Sitz in ein Flachbett verwandeln, das allerdings eine Neigung hat.

Doch dabei belassen es viele der Preiswertmarken noch längst nicht. Sie putzen ihre Premiumklassen auch mit weiteren Leistungen mächtig heraus und nehmen sich auch hier die klassischen Linienflieger zum Vorbild. So zum Beispiel bei der Gepäckaufgabe. Jetstar und Scoot erlauben 30 Kilogramm Freigepäck, Air Asia und FlyDubai sogar 40 Kilogramm. Spendabel sind auch Norwegian und Eurowings. Sie erlauben je zwei Gepäckstücke, die jeweils zwischen 20 und 23 Kilogramm wiegen dürfen.
Selbst der Zugang zu einer Lounge oder die Nutzung einer Fast Track Lane durch den Zoll kann je nach Fluggesellschaft und Flughafen für die Premium Passagiere von Billigfliegern möglich sein.

Teure Billigmarken

Die größte Überraschung brachte aber der Blick auf die Preise. Unsere Preisbeispiele für die Strecke von Hamburg nach Las Vegas verdeutlichen, dass auch Billigflieger keine Scheu haben, große Summen zu verlangen. Zwar war das Premiumangebot von Eurowings (Best Tarif) für rund 1.260 Euro günstiger, als die Angebote von Condor (1.310 Euro), Air France (1.324 Euro) und SAS (2.178 Euro). Dennoch bot British Airways das Ticket für seine Premium Economy Class bereits ab 1.194 Euro an. British Airways war somit um rund 66 Euro günstiger als der Billigrivale Eurowings.

Weitaus größer war die Preisdifferenz zugunsten der Linienflieger auf der Strecke von Berlin nach Bangkok. Hier kostete das Ticket 1.301 Euro bei der Billigmarke Norwegian und bei Eurowings stolze 1.840 Euro. Diese Ticketpreise wurden von allen abgefragten Linienfliegern erheblich unterboten. Am günstigsten war Air France (983 Euro), gefolgt von British Airways (1.011 Euro) und Lufthansa (1.056 Euro). Somit war das Air France-Ticket um rund 318 Euro günstiger als die Offerte von Norwegian und um stolze 857 Euro günstiger als das Ticketangebot von Eurowings.

Ein ganz anderes Bild ergab jedoch die Strecke nach Los Angeles. Hier gab es am Abfragetag die günstigsten Angebote bei Wow Air (1.155 Euro) und Norwegian (1.216 Euro). Das preiswerteste Ticket der Linienfluggesellschaften hatte British Airways im Angebot. Mit 1.374 Euro war es jedoch weitaus teurer als die Billig-Konkurrenz. Weit abgeschlagen landeten die Ticketpreise von Lufthansa (1.566 Euro) und Air France (2.429 Euro) auf den hinteren Plätzen. (Foto: Eurowings)

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