Das grüne Honkong

Honkong mit Skyline und Natur
Honkong: Das pulsierende Städteleben ist hier allgegenwärtig. Selbst Kenner sind überrascht von der grünen Seite der Metropole. (Quelle: Depositphotos)

Wie Gott in Frankreich? In Hongkong? Genauer gesagt in der östlichen Hälfte von Hongkongs New Territories. So absurd der Vergleich sein mag, gleichzeitig könnte er nicht treffender sein. Jedenfalls, wenn man die Umgebung von den einfachen Tischen und Stühlen vor dem Restaurant Sing Kee Seafood in Sai Kung betrachtet. Aber nicht, weil das Restaurant einen Stern vom Guide Michelin verliehen bekommen hat. Sondern, weil es an einem verkehrsberuhigten, u-förmigen Yachthafen liegt. Der Blick auf die Boote, sehr gediegene Häuser, viel Grün – die Assoziation mit einem mediterranen Hafenort kommt nicht von ungefähr. Einige schick aufgebrezelte Flaneure tun ihr übriges. Doch das Restaurant selbst sieht, nun ja, um es vorsichtig zu formulieren, es sieht sehr bodenständig aus. Keine Spur von Haute Cuisine. Eigentlich gibt es nichts, was es von Dutzenden anderer Restaurants der Gegend unterscheidet. Doch davon lassen wir uns nicht abhalten. All unsere Ansichten zu Hongkong, derer wir aus etlichen Aufenthalten über zwei Jahrzehnte hinweg so gewiss waren, sind eh innerhalb der letzten beiden Tagen gründlich durcheinander gewirbelt worden. Also lassen wir uns auf die Situation ein und setzen uns, weil wir etwas von den Michelin-reifen Meeresfrüchten probieren wollen, die hier auf den Teller kommen. Vor allem Abalone, zu Deutsch Ohrmuscheln, die hier in allen erdenklichen Arten und noch mehr Kombinationen zubereitet werden. Die vermeintlichen Muscheln, die zu unserer Verwirrung auch noch so heißen, sind aber keine. Es sind Schnecken, die überhaupt nicht nach Schnecken aussehen, sondern wie Muscheln. Alles klar? Unsere keineswegs an Spitzenküche geschulten Gaumen melden uns dennoch auffällig schnell, dass die vielen verschieden Gerichte mit dem Muskelfleisch dieser Schnecke, gleich ob gesotten, frittiert, getrocknet oder gekocht, extrem lecker schmecken. Ob dieser neuerlichen Überraschung zieht sich der Gesprächsfaden schnell weg vom Teller zu den vielen Naturschönheiten, die heute auf dem Programm standen.

Schätze der Natur

Sai Kung heißt eine Halbinsel im westlichen Teil von Hongkongs New Territories und ist zugleich Namensgeberin sowohl für den ganzen District, als auch seine größte Ortschaft. Hier liegt der MacLahose Trail, ein Wanderweg, der sich auf seinen einhundert Kilometern durch traumhafte Landschaften windet. Vorbei an bizarren Felsformationen, wie den achteckigen geschwungenen Basaltformationen, durch tropisch feuchten Wald, über luftige Höhen, entlang eines Sees, wie verzaubert wirkende Buchten, deren Sandstrände der Karibik alle Ehre machten. Er führt um, manchmal auch über, einige der höchsten Gipfel Hongkongs. Faszinierende Naturschauspiele reihen sich im Verlauf des MacLahose Trail wie Perlen auf der Schnur. Warum National Geographic den MacLahose Trail als einen der weltweit 20 schönsten Wanderwege gekürt hat, wird auf Schritt und Tritt augenfällig. Vielleicht doch mit einer Ausnahme – gleich der Anfang, vom Parkeingang auf einer zwar kaum befahrenen aber breiten Straße am Stausee vorbei, ist wirklich untypisch für den gesamten Wanderweg. So untypisch, dass es ein guter Tipp ist, bis zur ersten Basaltformation eine der wenigen, aber doch irgendwie allgegenwärtigen Taxen anzuheuern. Doch alle Skepsis, die dieser etwas seltsame Auftakt verursacht, wird im Laufe des Tages Lügen gestraft. Spätestens, wenn man hoch auf der Steilküste auf einem schmalen Weg um eine Biegung läuft und plötzlich der Blick aus der Vogelperspektive auf Long Ke fällt, eine einsame, traumschöne Bucht mit leuchtend hellem Sandstrand, sind selbst geübte Spötter sprachlos. Es gibt verschieden lange geführte Touren, entweder mit Schwerpunkt auf den Basaltformationen des Geoparks oder auf den „Schätzen der Küste Sai Kungs“, die neben Naturschönheiten auch Kulturelles und das lebhafte Alltagsleben etwa am Bootsanleger des Hauptortes Sai Kung, im Programm haben.

Bunt, laut, ausgelassen

In Sai Kung, nur etwa 10 Gehminuten von der ruhigen Welt des Yachthafens und dem Sing Kee Seafood Restaurant entfernt, liegt der Bootsanleger, der wegen des Trubels, der rings um ihn herrscht, unbedingt einen Abstecher wert ist. Und sei es nur zum günstigen Wassereis essen, das von fliegenden Händlern entlang der Uferpromenade verkauft wird. Hier legen ganz normale Fährboote für die Pendler an, starten und enden die Ausflugsboote zu vorgelagerten Inselchen. Ins Auge fallen einige kleine Boote die sich den Weg durch die Großen bahnen, um anzulegen. Sie sind kaum größer als ein Ruderboot, aber bis in den letzten Winkel mit Behältnissen für fangfrischen Fisch vollgestopft. Ein Wunder, wie verlockend die Fische und Meeresfrüchte trotz all der Enge präsentiert werden können. Von der Wasserlinie aus, die rund vier Meter unterhalb der Kaimauer liegt, wird der Fisch den über die Mauer gebeugten Interessenten angepriesen. Und jeder der dicht gedrängt Gebeugten kommentiert die Ware. Der Kauf erfolgt dann unter reger Anteilnahme, indem Geld und Ware in speziellen Behältnissen in weitem Bogen hoch und runter geworfen werden. Genau solche Orte, die kaum von westlichen Touristen besucht werden, gibt es noch immer zu Dutzenden zu erkunden.

Neugierig, wie es weitergeht? Den kompletten Artikel über Honkongs geheime Orte könnt ihr in der Clever reisen! Ausgabe 4/17 weiterlesen.

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