Kapverden: Das Trendziel im Check

Kapverden - Afrika
Das afrikanische Ferienarchipel im Atlantik bietet feine Sandstrände, 320 Tage Sonne im Jahr und viel Ruhe

Viereinhalb Stunden Flug über Europa. Weiße Wolken segeln über einem dunkelblauen Meer. Unter uns liegen die Kanarischen Inseln. Noch eine gute Flugstunde weiter in Richtung Süden ist kein Wölkchen mehr zu sehen und es erstreckt sich der Atlantik so blau wie ein Kornblumenfeld.

Dahinter dehnt sich weißer Strand;Boa Vista. Mit zwei Hüpfern setzt das Flugzeug auf dem kleinen Airport der Kapverden-Insel auf, so als würde es Freudensprünge machen. Die Kapverden sind dabei, im Herbst und Winter den fast 1600 Kilometer nördlich gelegenen Kanarischen Inseln Konkurrenz zu machen. Noch vor acht Jahren gab es von Deutschland nur einen Nonstop-Flug in der Woche. Heute gibt es tägliche Direktverbindungen und immer mehr Hotelpaläste und sogar die ersten Bettenburgen.

Höchste Zeit also hinzufliegen, um noch das ursprüngliche Inselparadies zu erleben – fast menschenleere Sandstrände, wildes und malerisches Hinterland, stille und afrikanisch-bunte Orte, herzlich-freundliche Bevölkerung, günstige Preise. Nach einer kurzen Busfahrt durch ein armselig wirkendes Dorf mit kleinen bunt angestrichenen Steinhäusern, zockeln wir über eine holperige
Schotterstraße. Nach etwa zehn weiteren Minuten scheint eine andere Welt zu beginnen.

Wir sind auf einer neuen Asphaltstraße. Sie führt durch eine steinige Einöde. Plötzlich taucht vor uns wie eine Fata Morgana eine Palmenoase und eine schlossähnliche Festung mit Türmen und Zinnen auf. Doch es ist kein Trugbild, sondern ein riesiger Hotel-Komplex, das „RIU Touareg“. Es entstand in der heutigen Größe in einer bizarren, mondähnlichen Landschaft. Wir fahren durch ein riesiges Eingangstor, durchqueren eine Halle, die so große wie der Hamburger Hauptbahnhof ist und blicken auf einen parkähnlichen Garten mit Palmen, Hibiskus, Oleander und bunten Blumen. Dazwischen blitzt das Blau eines riesigen Swimmingpools.

Sieben Jahre hat es gedauert, bis diese Urlaubsoase so aussah wie sie heute ist. 850 Palmen wurden gepflanzt, erfahre ich später. Sie wurden von den Kanarischen Inseln und aus Afrika hierher verschifft und werden täglich mit dem Abwasser des Hotels bewässert. Bislang stand der Inselname Boa Vista, was „schöner Anblick“ bedeutet, nur für die Freude verzweifelter Seemänner, die nach wochenlanger Atlantiküberquerung endlich wieder Land sahen. Der höchste Berg der Insel, der Monte Estância (387 m), galt als magnethaltig und schien die Schiffe anzuziehen. Viele zerschellten kurz vor dem Strand. Sichtbares „Denkmal“ einer solchen Tragödie ist das verrostete Wrack der „Cabo de Santa Maria“.

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Der spanische Frachter, mit Autos, Melonen, Kork, Käse und Getränken beladen, strandete am 15. März 1968 vor der Nordküste und ist heute die meistfotografierte
Sehenswürdigkeit der Insel. Die Fracht wurde über eine schnell installierte Seilwinde an Land gebracht. Über die „Praia da Chave“ fahren wir, eine kleine Ausflüglergruppe, nach ein paar Tagen absolutem Faulenzen mit einem Allradfahrzeug an den früheren Unglücksort. Die Brandung ist stark. Niemand wagt sich in die Wellen.

Badespaß ist dagegen an den weiter westlich gelegenen Ständen angesagt. Der „ Praia de Santa Monica“ ist mit Abstand der schönste und längste Strand der Insel. Über rund 20 km streckt er sich vom „RIU Touareg“ Richtung Westen. Hier perlt die salzhaltige Luft wie Champagner auf der Haut. Wellen rollen in zarten Schaumkronen auf den feinen Sand. Es ist ein Spaß ins fast immer 25 Grad warme Wasser zu laufen. Vor fünf windschiefen Hütten verkaufen Einheimische Souvenirs: selbst gemachten Schmuck aus Holz und Leder, Stofftaschen und importierte China-T-Shirts. Außerhalb des Hotels ist es die einzige „Shopping-Zone“ weit und breit.

Das Meer, der Strand und die Sonne sind die Trümpfe von Boa Vista. Da können selbst die anderen acht größeren und drei kleineren Kapverdischen Inseln kaum mithalten. Die einzige Konkurrenz ist die Nachbarinsel Sal. Doch dort ist für manche schon zu viel Tourismus eingezogen. Drei der insgesamt 11 Inseln vor der westafrikanischen Küste sind nicht bewohnt. Große Hotels gibt es nur auf Boa Vista und Sal, einige mit über 2000 Betten. Sehenswerte Kirchen, Museen oder alte Ruinen – Fehlanzeige. Hier heißt es nur ausspannen, baden, tauchen, hochseeangeln und – eingeschränkt – wandern. (Bildrechte: W. Polte)

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