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(Focus Schule,1/09)


>„Vertrauen ist gut,Kontrolle ist besser." (NRZ Journal,4/07)


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  Lesertipps

Clever reisen! 4/08: Reiserechnung S. 44 ff.

Princess ist weltweit bekannt dafür, die einzige Reederei zu sein, die ihre Märkte
strikt trennt und keine fremden Buchungen in den USA annimmt. Die einzige Ausnahme macht Princess bei Agenturen, die Gruppenkontigente halten und somit als Veranstalter auftreten. Es gibt in den USA auch oft Aktionen für verschiedene States - dies gilt aber nur, wenn Sie nachweisen können, dass Sie auch dort wohnhaft sind. Sollten Sie das nicht können, muss der Kunde am Hafen die Differenz zu dem Tagespreis nachbezahlen, bevor er an Bord darf. Das kann sogar mehrere Tausend Dollar Aufpreis bedeuten!

 

Dass es verschiedene Preise für das gleiche Produkt gibt, ist auch Europäischen Veranstaltern nicht fremd. Es ist auch eine Tatsache, dass in den USA tatsächlich Preise ohne sämtliche Steuern und Gebühren genannt werden. Das war bis vor kurzem bei unseren Billigfliegern auch nicht anders. Sie haben sich auch nicht die Mühe gemacht mal zu erklären, wo eine solche Preisdiskrepanz herkommt. In Deutschland werden Versicherungen verlangt, die es im Ausland eben nicht gibt - wie zum Beispiel die Insolvenzversicherung eines Veranstalters. In der USA gibt es keinen Sicherungsschein - geht die Reederei pleite ist das Geld weg - Ende!


Was mich aber am meisten stört, ist, dass Sie ohne den kleinsten Hinweis auf die Gefahren deutschen Kunden das Buchen im Ausland empfehlen. Sie weisen nicht auf den fehlenden Sicherungsschein hin. Wenn was schief geht, dann kann nur mit der US-Niederlassung verhandelt werden und nicht mit den Europäischen Niederlassungen, weil diese keinen Zugriff auf die US Buchungen haben. Klagen geht nur in den USA und die Frankfurter Liste zählt auch nicht. Entschädigungen
laufen auch anders. (...) Im schlimmsten Fall können die Kunden ihr Geld los sein. P. A. Risnes

 

 

Antwort: Clever reisen!

Sehr geehrte Frau Risnes, gerne hätten wir eine Stellungnahme von der deutschen
Agentur von Princess Cruises gelesen. Wie aber berichtet, sind keine Briefe zur Sache bei unseren Lesern und Informanten eingegangen. Die uns - erst nach Mahnungen - zugeschickte und zitierte Interconnect- Mail war leider wenig aufschlussreich. Einmal abgesehen davon, in wie weit Preisdifferenzierungen in der Europäischen Union (und in welchem Umfang) akzeptabel sind - Sie wissen vielleicht, dass die EU bei sehr unterschiedlichen Autopreisen eingeschritten ist und dadurch ihre Entscheidungsrichtung vorgegeben hat -, die Preisunterschiede für gleiche Reisen scheinen uns zu hoch zu sein. Rund 1600 Euro mehr, das ist zu viel, auch wenn es von Markt zu Markt Gründe für unterschiedliche Preise geben mag. Die sollten dann aber aufgeschlüsselt werden. Das geschieht nicht. Ich denke, hier wird der deutsche Kunde gegenüber dem amerikanischen diskriminiert und möglicherweise abgezockt.

 

Im Übrigen wurden die Reisen auf dem Schiff zu den im Beitrag genannten deutlich niedrigeren Preisen an jedermann verkauft, und es wurde versprochen, die Frage einer möglichen Überzahlung würde in Deutschland nachträglich geprüft und geregelt. Das geschah nicht. Wir haben nicht gesagt, man könne in den USA buchen. Immerhin lohnt es, die dortigen Preise zu ermitteln, bevor gebucht wird - über Preise kann man ja reden, und Markttransparenz schadet ja nicht. Sie schreiben, dass Princess Cruises die Märkte strikt trennt. Warum das geschieht, wird nicht erklärt. Wohl aus gutem Grund. Die letztendliche Frage, warum ein und dieselbe Reise für Deutsche soviel teurer ist als in Amerika, interessiert uns natürlich. Eine schlüssige Antwort von der deutschen Agentur und der US-Reederei
steht noch aus.

 

Was die Holländer und Franzosen und die jeweiligen Preise für deutsche Pauschalreisen anbetrifft, da sagen die Pauschalreiseanbieter, dass die Reisebüros entlang der jeweiligen Grenze zum Nachbarland gute Geschäfte mit Kunden machen, die von dort kommen und sich sehr gezielt das für sie preislich Passende aus den Katalogen herauspicken. Das funktioniere in beide Richtungen. Einen Nationalitätenausschluss und eine Diskriminierung von Ausländern gibt es dabei nicht. Die wäre auch nach dem Antidiskriminierungsgesetz kaum haltbar.

Armin E. Möller, Clever reisen!-Autor


 
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