| |
 |
| |
Die bunten Strandhäuser sind typisch für Grenada. |
| |
|
Sonne, Strand und Meer gibt es auf Grenada im Überfluss. Dazu noch ein beschauliches Leben in malerischer Kulisse. Wollte man jeden Tag an einem anderen Strand baden, müsste man mehr als einen Monat auf Grenada verbringen. Von winzigen Buchten bis zu weit ausladenden Stränden, vom schwarzen Vulkansand bis zum goldfarbenen Traumstrand reicht die Palette.
Am bekanntesten ist Grand Anse rund acht Kilometer südlich der Inselhauptstadt St. George. Der helle, weit geschwungene Sandstrand ist einer der schönsten der Insel und zudem mit einer angenehmen Infrastruktur versehen. Hotels und Guesthouses, Restaurants und Läden, alles liegt in Laufnähe. Es fällt schwer, das sonnenträge Strandleben gegen Ausflugsaktivitäten einzutauschen, zumal man vom südlichen Ende des Grand Anse auch noch einen pittoresken Blick auf die Hauptstadt zu Füßen üppig grüner Hügel hat. Doch es ist unbedingt lohnenswert, sich hin und wieder einmal loszueisen. St. George ist nicht nur aus der Ferne malerisch.
Das einstige Zentrum des Städtchens schmiegt sich im Halbrund um eine kleine Bucht. Von den ringsum gleichmäßig steil ansteigenden Hängen blicken bunte Holzhäuser wie von den Rängen eines Amphitheaters auf den kleinen Naturhafen hinab. Eine Ansicht, die mit fug und recht zu den bekanntesten Motiven der Karibik gehört. Den Ausflug nach St. George legt man am besten auf einen Samstag. Der Wochenmarkt ist dann die unangefochtene Attraktion. Atemberaubend quirlig geht es zu. Denn inmitten des Marktgetümmels zwischen üppig beladenen Tischen ist auch noch eine Haltestelle für Kleinbusse.
Die Vielfalt der auf Grenada angebauten Gemüse und Früchte, Gewürze und Kräuter sorgt für eine schrille Buntheit. Selbst aus dem heimischen Supermarkt vertraute Sorten sehen hier ganz anders aus. Um die Verwirrung komplett zu machen, heißen sie auch noch anders. Die Avocados sind zum Beispiel nicht nur grün, sondern häufig auch leuchtend violett. Aber ganz gleich welche Farbe, Avocados werden auf Grenada immer „pears“, also Birne, genannt. In jedem Fall sollte man sich durchs Marktangebot probieren. Je nach Saison locken exotische Köstlichkeiten, von denen man in Europa, wenn überhaupt einmal, nur sehr selten etwas zu sehen bekommt. French Cashew zum Beispiel. Das sind saftige, birnenförmige Früchte in Feuerrot. Oder Sugar Apples, die weniger wie Äpfel, denn wie lindgrüne Riesenpflaumen anmuten.
Würzige Insel
Auf dem Markt von St. George sehen viele Besucher auch das erste Mal die Frucht des Muskatnussbaumes. Muskat ist auf der Insel allgegenwärtig. Immerhin ist das kleine Eiland der weltweit zweitgrößte Exporteur von Muskat und deckt mit seinen Produkten ungefähr ein Drittel des Weltkonsums. Aber auch auf der Insel wird Muskat, englisch Nutmeg, in unzähligen Varianten verwendet. Schon morgens kann man Nutmegsyrup über die Pfannkuchen bekommen. Der Sirup wird ebenso aus der fleischigen Frucht gewonnen, wie fruchtige Liköre und aromatische Marmeladen. Denn was wir als Muskat kennen, ist eigentlich nur der Samen einer ockergelben, länglichen Frucht, die an eine große Pflaume erinnert. Sie springt auf, wenn sie reif ist und gibt den Blick frei auf einen leuchtend roen, fleischigen Samenmantel. Erst darin steckt der in eine harte dünne Schale verpackte Samen, der umgangssprachlich Muskatnuss heißt. Der Samenmantel wird zu Macis oder Muskatblüte zermahlen, neben der Muskatnuss wohl das bekannteste Muskatgewürz.
Schon auf einer ersten Tour von St. George ins Inselinnere macht Grenada seinem Zweitnamen alle Ehre. Auf der „Gewürzinsel“ ist nicht nur der eigentlich eher unscheinbare Muskatbaum fast allgegenwärtig. Pro Quadratkilometer wachsen hier mehr Gewürzpflanzen, als irgendwo sonst auf der Welt. Inmitten der Plantagen, aber auch in den ausgedehnten Waldflächen dazwischen können Wanderer die Exportschlager der Insel manchmal sogar erschnuppern: Neben Muskat sind das hauptsächlich Zimt, Vanille und Ingwer.
weiter: Elfenwald & Trekking, Preise & Spartipps