Ob Shopping-Trip in New York oder Sonne tanken in Los Angeles: Seit 2009 müssen USA-Urlauber das so genannte ESTA-Formular beantragen, damit sie in die Vereinigten Staaten einreisen dürfen (ESTA = „Electronic System for Travel Authorization“). Für die offizielle ESTA-Genehmigung müssen Reisende seit September 2010 eine Gebühr von 14 US-Dollar (ca. 10,50 Euro) bezahlen. Gibt man den Begriff „ESTA“ bei Suchmaschinen ein, werden jedoch zahlreiche Internetseiten angezeigt, die Informationen über den neuen Antrag anbieten.
Darunter sind zum Beispiel esta-usa.de, unitedstatesvisas.us sowie esta.us. Diese Seiten wirken durch ihre Aufmachung wie eine offizielle Regierungsseite. In Wahrheit jedoch wollen die Betreiber USA-Urlaubern das Geld aus der Tasche ziehen: Wer zum Beispiel bei esta-usa.de auf den roten Button mit der Aufschrift „ESTA ONLINE ANTRAG“ klickt, muss eine saftige Gebühr von 49,50 US-Dollar (ca. 37 Euro) zahlen. Wie in schlechtem Deutsch auf der Seite noch mitgeteilt wird, ist die offizielle ESTA-Gebühr von 14 US-Dollar hierin nicht enthalten. Reisende zahlen insgesamt also ca. 48 Euro. Auf der Seite https://usaeservices.com/wizard/?ln=de&s=uev müssen Urlauber sogar 59 Euro für ESTA berappen, diesmal allerdings inklusive der offiziellen Gebühr.
In vielen Urlaubszielen bieten Reiseagenturen Touristen fantastisch klingende Ausflüge an. Egal, ob Traumstrand oder Tauchausflug: Die Touren werden mit schönen Fotos und tollen Versprechungen präsentiert. Doch Vorsicht: Oftmals stehen die hochgelobten Ausflüge unter dem Motto „Mehr Schein als Sein.“ Das „malerische Örtchen“ ist eine Touristenfalle und der „Traumstrand“ gleicht einer Müllhalde. Oft passiert es, dass die Eintritte für Museen und andere Sehenswürdigkeiten noch zusätzlich vor Ort kassiert werden. Vorsicht: Oft enden einige dieser Touren in einer Verkaufsveranstaltung, auf der den Touristen Teppiche, Schmuck und angebliche Designer-Kleidung zu völlig überteuerten Preisen aufgeschwatzt werden.
„Herzlichen Glückwunsch! Sie haben eine Woche Traumurlaub gewonnen!“ Solche und ähnliche Gewinnbenachrichtigungen hat jeder schon einmal im Briefkasten oder im E-Mail-Fach gehabt: Die Einladungen zu „Gratis-Reisen“, beispielsweise in die Türkei oder für eine Nilkreuzfahrt, werden von Verlagen, Buchclubs oder anderen Anbietern verschickt. Das Wort „gratis“ ist aber mit Vorsicht zu genießen: Flug, Ausflüge und Mahlzeiten müssen extra gezahlt werden. Bei manchen Anbietern sollen die „Gewinner“ die Flughafensicherungsgebühr, den Kerosinzuschlag und andere Gebühren aus eigener Tasche zahlen. Zusammen kann dies schnell 200 Euro pro Person und Woche kosten. Teilweise zahlt man dann für einen Urlaub in der Nebensaison den Hauptsaisonpreis.
Vorsicht ist auch geboten, so die Verbraucherzentrale Sachsen, wenn von einer „Beratungs- und Servicegebühr“ die Rede ist oder wenn eine Person in einem halben Doppelzimmer übernachten soll. Dann muss man sich entweder das Zimmer mit einer fremden Person teilen, oder für den „Einzelzimmerzuschlag“ extra zahlen. Ein weiteres Problem: Häufig sind diese Reisen direkt mit „Butterfahrten“ verbunden, bei denen Urlaubern Produkte zu völlig überteuerten Preisen aufgeschwatzt werden. Generell ist es daher sinnvoll, zuerst bei namhaften Reiseveranstaltern die Preise zu prüfen. Oft bieten sie für dasselbe Geld (oder sogar weniger) attraktive Angebote an. Der Vorteil: Es gibt keine nervigen Verkaufsveranstaltungen und auch die bei den „Gratis-Reisen“ oft vorhandenen Hotelwechsel fallen weg.
Fast täglich liegen sie irgendeiner Zeitschrift oder Zeitung bei: So genannte Leser- oder Bildungsreisen – ganz exklusiv: „An die Leser von...“ steht in der Adresszeile. Der Preis scheint einfach unschlagbar: Von 800 Euro auf 130 Euro reduziert. Der vergünstigte Preis ist jedoch meist eine Täuschung. Zu den Billig-Angeboten gibt es häufig Zusatzpakete (z.B. für Abendessen und Eintrittsgelder), die genauso viel wie die Reise kosten und die nur separat vor Ort gebucht werden können. Außerdem stehen in der Fußzeile gerne weitere Kosten, wie Saisonzuschläge.
Interessierte sollten wissen, dass Reiseprogrammpunkte, wie beispielsweise „Besuch einer Teppichknüpferei“, oft mit einer groß angelegten Verkaufsveranstaltung für Teppiche gleichgesetzt sind. Wie lang diese dauern, wird im Prospekt nicht beschrieben – unter drei Stunden geht aber nichts. Klar ist, dass nur wegen solcher Veranstaltungen günstige Leser-Reisen angeboten werden können: Die Reiseveranstalter bekommen für jeden Urlauber eine Werbeprämie, egal, ob er etwas kauft oder nicht.
(Text: Amalie Schulte-Fischedick und Viola Zwingenberg)
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