Asien

Vietnam: Stippvisite in Ho Chi Minh Stadt

Vietnam Dong Khoi

An der Prachtstraße Dong Khoi liegen zahlreiche Sehenswürdigeiten der Stadt wie die katholische Kirche Notre-Dame. Zudem gibt es hier viele Bars und Shopping-Möglichkeiten

Eine Stadt, die niemals schläft: Ho Chi Minh Stadt im Süden Vietnams ist pulsierend, vibrierend und lebendig. Mit fliegen-sparen.de auf Streifzug durch Saigon.Da brummt und surrt es allerorts wie in einem Bienenstock und links und rechts saust es mir an den Ohren vorbei. Ich bin nicht zu Besuch bei einem Imker, sondern mitten in Ho Chi Minh Stadt, dem ehemaligen Saigon. Die Motorroller dieser pulsierenden Metropole, die zu tausenden Tag und Nacht durch die Straßen sausen und sich ohne jeden Zwischenfall ihren Weg suchen, sind ein wahres Schauspiel.

Für Europäer, die diesen Verkehr nicht gewohnt sind, hat diese gelebte Unruhe etwas faszinierendes und vermittelt einen ersten Eindruck davon, wie lebendig und gleichzeitig gelassen man hierzulande ist. Eine erste Mutprobe für Reisende ist es immer, eine Straße zu überqueren. Auf grün an einer Ampel zu warten führt zu nichts, man könnte den ganze Tag warten. Langsam und kontinuierlich im Angesicht der stets um einen herum sausenden Roller voranzugehen ohne Hektik, das ist das richtige Vorgehen. Hektik führt zu Unfällen, weil sich die Roller-Fahrer nicht auf den Straßenüberquerer einstellen können. Da habe ich gleich etwas am ersten Tag gelernt, was mir den Aufenthalt in der Stadt erleichtert.

Viel hat diese größte Stadt Vietnams nördlich des Mekong-Deltas erlebt, deren innerer Kern heute noch immer Saigon heißt. Ho Chi Minh Stadt, benannt nach dem großen vietnamesischen Revolutionär und späterem Präsidenten des vereinigten Vietnams, war bis 1975 zum Ende der Republik Vietnam Hauptstadt und Sitz der hier ansässigen Regierung des geteilten Vietnams. Erst nach 1975, nachdem der „Amerikakrieg“, den man im Westen als Vietnamkrieg kennt, vorüber und die Stadt und das nun vereinigte Land Vietnam zur Ruhe kam, erhielt Saigon 1976 seinen neuen Namen Ho Chi Minh Stadt.

Vietnams Vergangenheit

So schaue ich mir auch zuerst die jüngste Vergangenheit der Stadt an, die untrennbar mit dem Krieg der Amerikaner gegen das Land verbunden ist. Der „Wiedervereinigungs-Palast“, früher das Weiße Haus und Sitz des letzten Präsidenten Duong Van Minh, veranschaulicht mir eindrucksvoll das Leben und Wirken der letzten Tage in der Südvietnamischen Republik. Erbaut 1873 von den einstigen französischen Kolonialherren und nach Abriss wiedererrichtet 1962, zeigt es eine für die 60er Jahre typische Architektur und Inneneinrichtung.

Im Garten des Anwesens sind noch heute die zwei nordvietnamesichen Panzer zu besichtigen, die am 30 April 1975 um 10:45 Uhr die Tore des Palastes durchbrachen und das Ende des Vietnamkriegs markierten. Auch das „Kriegsmusem“ unweit dem Palast, verdeutlicht mit Relikten, Bildern und Filmaufzeichnungen die Schrecken jener Tage, von denen heute hier in der Stadt glücklicherweise nichts mehr zu spüren und zu sehen ist.

Streifzug durch Saigon

Diese Stadt schläft nie und ihre Einwohner sind scheinbar zu jeder Tages- und Nachtzeit unterwegs. Ich unternehme in den Nachmittagsstunden einen Spaziergang durch den Destrikt 1, das ist der Kern von Ho Chi Minh Stadt, der heute noch Saigon heißt. Am Ufer des Saigon-Flusses blicke ich den kleinen Booten und großen Schiffen hinterher, die sich hier ihr Stelldichein geben. Vorbei geht’s an der überdimensional mächtigen Statue des vietnamesischen Generals Tran Hung Dao, der im 13. Jahrhundert die Mongolen besiegte und zum größten Nationalheld des Landes avancierte.

Ich schlender auf der Dong Khoi, der ehemaligen Rue Catinat, der alten Prachtstraße Saigons. Allgegenwärtig ist hier die französische Architektur. Teure Designerläden, Bars und luxuriöse Hotels säumen die Straße. Schräg gegenüber der Oper besuche ich das berühmte Hotel Caravelle, in dem während des Krieges westliche Berichterstatter lebten, darunter auch der legendäre Peter Scholl-Latour, der stets von der Dach-Bar des Hotels den traumhaften Blick über Saigon genossen haben soll. Dann geht es hinüber zur Kathedrale Notre Dame und zur 1908 erbauten Hauptpost, dem ehemaligen Hotel de Ville, am Ngyuen Hue Boulevard.

Ben Than Markt: Souvenier aus Vietnam

Und natürlich unternehme ich auch einen Schlenker zum legendären Ben Thanh Markt, in dem wohl jeder Tourist einmal landet. Diese 1914 erbauten Markthallen mit einem markanten Glockenturm bieten heute vor allem Shopping-hungrigen Reisenden auf einem Quadratkilometer Souvenirs. Produkten aller Art sind dort zu finden. Doch Urlauber finden aber auch Erstaunliches und typisch Einheimisches: Vietnamesische Speisen und Handwerkskunst sind es, die hier feilgeboten werden und mich faszinieren. Allgegenwärtig ist der vietnamesische Kegelhut, der in allen Größen und Dekorations-Varianten erhältlich ist. Auch lachende Buddha-Masken aus Holz oder Figürchen aus Stein werden hier angeboten

Südvietnamesische Kulinarik

Außerhalb des Marktes beherrschen Straßenhändler das Bild. Mit kleinen Töpfen ausgestattet, hocken sie auf den Bürgersteigen, bieten Waffeln, Kokosnuss-Getränke oder kleine Speisen an, die direkt vor Ort zubereitet werden. Es dampft und riecht nach Gewürzen, die der europäischen Nase fremd sind. Im wesentlichen kommen Hünhchen, Rind oder Schwein mit Mungo-Bohnen, Nudeln, Sojasprossen in das Gericht. Ein Tabu gibt es in Vietnam nicht, so dass auch andere Fleischsorten zu finden sind, die für Europäer eher abstoßend wirken.

Ein Gericht beinhaltet immer Reis, auch Nudeln werden aus Reis hergestellt und gehören zu jeder Speise als Beilage dazu. Die südvietnamesischen Speisen weisen starke Einflüsse von Thai-, Khmer- und der indischen Küche auf. Fast alles wird im Sud gegart und dann mundgerecht in einer Schale serviert. Nur mir als Europäer fällt es etwas schwer, die Speisen mit den Chopsticks, den Stäbchen, zu mir zu nehmen.
Nachtleben in Ho Chi Minh Stadt

Ein unscheinbares Haus, in dem niemand eine Bar vermuten würde, ist mein Ziel. Auf dem Dach liegt die Broma-Bar, eine Dachterasse mit Blick über die Stadt, gleich neben dem markanten Bitexco Financial Tower, dem mit 262 Metern höchstem Gebäude der Stadt. Live-Jazz und eine skurrile Atmosphäre erwarten mich. Solche Bars in Hinterhöfen, Wohnhäusern und an Ecken, an denen kein normaler Tourist vorbeikommt, sind es, die das versteckte Flair der Stadt ausmachen. Unten auf der Straße sausen noch immer Horden von Motorrollern durch die Stadt, Nachtruhe ist hier unbekannt und das ist gut so, denke ich mir, den Saigon lebt, atmet, bewegt sich und steht niemals still – Saigon vibriert. (pm/ Text: Philip Duckwitz – Bild: ICS Travel Group)

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