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BONUSMEILEN: Wie Sie noch mehr rausholen

Das Einlösen von Bonusmeilen will gelernt sein.

Das Einlösen von Bonusmeilen will gelernt sein.

Meilen sammeln und danach für Freiflüge einlösen – das Prinzip klingt einfach, ist es aber meistens nicht. Denn auch die Fluggesellschaften haben selten etwas zu verschenken und versuchen daher mit allerlei Tricks, die Kosten für „Freiflüge“ in die Höhe zu treiben. Wenn man sich geschickt anstellt, können diese Ausgaben jedoch leicht halbiert werden, sodass ein Prämienflug am Ende auch ein solcher bleibt. Im Folgenden sind einige Möglichkeiten aufgeführt, wie die gesammelten Meilen bei den Airlines geschickt eingelöst werden können.

Die wichtigste Regel für das Einlösen von Meilen ist, dieses nur dann zu tun, wenn man einen attraktiven Gegenwert dafür erhält. Dieser Gegenwert wird als „Ratio“ bezeichnet und pro 1.000 Meilen berechnet. Dabei wird betrachtet, wie viel ein reguläres Ticket im Vergleich zu den eingelösten Meilen kostet. In der Economy Class erhält man durchschnittlich gerade einmal 3 bis 7 Euro pro 1.000 Meilen, wohingegen der Gegenwert in der Business oder First Class 5- oder sogar 10-fach höher sein kann. Meilen sollten daher vorzugsweise für Premium-Flüge eingesetzt werden.

Darüber hinaus genießt man natürlich auch den Vorteil eines bequemen und luxuriösen Reiseerlebnisses, das durch die Wahl der richtigen Strecke und Fluggesellschaft zum ganz besonderen Erlebnis werden kann. Zum Beispiel dann, wenn man sich für einen Flug in der ersten Klasse mit Lufthansa ab Frankfurt entscheidet, wo man das exklusive First Class Terminal nutzen kann. Wenig Gegenwert bieten hingegen Sachprämien, weshalb man auf diese unbedingt verzichten sollte. Oftmals gibt es hier nur 3 Euro oder sogar weniger pro 1.000 eingesetzter Meilen!

Darüber hinaus spielt aber auch das Flugziel eine wichtige Rolle. Flüge nach Dubai weisen normalerweise einen hohen Gegenwert auf, wohingegen dieser auf Flügen nach Südostasien in der Regel am geringsten ist.
Die Wahl der richtigen Airline ist nicht nur aufgrund des Flugerlebnisses von Bedeutung. Auch im Hinblick auf die Verfügbarkeit von Prämientickets gibt es bei den Fluggesellschaften große Unterschiede. Denn oftmals scheitert das Einlösen der erworbenen Meilen bereits daran, dass es schlichtweg kaum oder keine Möglichkeiten gibt, diese in das gewünschte Ticket umzuwandeln.

In der bis dato größten Vielfliegerprogrammstudie haben wir bei First Class & More letztes Jahr die Verfügbarkeiten von Prämientickets verglichen, wobei der arabische Carrier Etihad als klarer Sieger hervorging. Der Konkurrent Emirates bietet hingegen kaum Möglichkeiten, die gesammelten Meilen für die günstigsten, sogenannten SAVER Tickets, einzulösen und ist daher nicht die beste Wahl zum Abheben. Auch British Airways und Turkish Airlines erzielten zum Zeitpunkt der Studie kein gutes Ergebnis. Da British Airways ihr Meilenprogramm zum umgestellt hat, bleibt abzuwarten, wie es sich in Zukunft entwickeln wird. Lufthansa landete im oberen Mittelfeld, wobei wir hier in den letzten Monaten einen positiven Trend hinsichtlich Verfügbarkeiten beobachten konnten.
Zudem hängt die Verfügbarkeit der Tickets auch von der angesteuerten Destination und der gewählten Reiseklasse ab. In Business und First Class glänzen Destinationen wie Dubai, New York, Kuala Lumpur oder Peking erfahrungsgemäß mit guten Verfügbarkeiten. Wer nach Südafrika, Südamerika oder Australien fliegen möchte, hat hingegen weniger gute Chancen auf ein Prämienticket.

Fallstrick Steuern & Gebühren

Wenn alle obig genannten Regeln beachtet wurden, gibt es immer noch einen Punkt, an dem die Fluggesellschaften gerne noch einmal tief in die Taschen ihrer Passagiere greifen. Dabei handelt es sich um die Steuern und Gebühren. Die Airlines gaukeln einem gerne vor, dass man für die eingelösten Meilen einen „Freiflug“ erhält. Ganz so ist es in der Realität aber nicht, da Steuern und Gebühren, die für den Flug anfallen, dennoch bezahlt werden müssen. Im schlimmsten Fall sind diese beinahe gleich hoch wie die Kosten für ein reguläres Economy Class Ticket, wie im Beispiel von Lufthansa.

Für einen Prämienflug von Frankfurt nach Rio de Janeiro müssen nicht nur 80.000 Meilen, sondern auch 517 Euro an Steuern und Gebühren aufgewendet werden. Fliegt man in der Business Class, werden sogar 617 Euro für Steuern und Gebühren fällig. Doch auch hier kann man den Airlines ein Schnippchen schlagen. Ein Beispiel dafür ist die Buchung von zwei separaten One-Way-Tickets statt eines Return-Tickets. Dies macht immer dann Sinn, wenn an einer Destination weniger Steuern oder Gebühren anfallen. Im Fall von Brasilien, wo keine Kerosinzuschläge erhoben werden dürfen, reduziert sich die Zuzahlung für die Gesamtflugreise dadurch auf 367 Euro. Eine weitere Möglichkeit, den hohen Steuern und Gebühren zu entgehen, ist die Buchung des Prämientickets über eine Partnerairline. Hier lohnt sich vergleichen!

Text: Alexander Koenig (CR 4.15/2015)
Bildquelle: iStock

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