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Umbrien: Italiens schöne Mitte

Umbrien lockt mit mittelalterlichen Städten und Burgen, einer grünen Landschaft und herrlichen Ausblicken.

Umbrien lockt mit mittelalterlichen Städten und Burgen, einer grünen Landschaft und herrlichen Ausblicken.

Kultur & Natur pur: Die Provinz im Herzen Italiens ist ein reizvolles Reiseziel abseits des Massentourismus. Clever reisen! unterwegs in Umbrien…

Urlauber, die auf der Autostrada 1 zwischen Florenz und Rom unterwegs sind, lassen das kleine Umbrien oft links liegen. Die Region steht immer noch ein wenig im Schatten der bekannteren und touristisch viel besser erschlossenen Toskana. Dabei braucht sich Umbrien nicht zu verstecken: Die einzige Provinz Italiens, die weder an eine Landesgrenze noch ans Meer grenzt, bietet eine Menge Abwechslung.

Perugia – Mittelalter trifft Moderne

Wer das Herz Perugias, der Hauptstadt Umbriens, entdecken will, hat einen steilen Aufstieg vor sich. Aber keine Angst, den gewaltigen Höhenunterschied zwischen den großen Parkplätzen im Tal und der hoch oben auf einem Hügel gelegenen Altstadt muss man nicht zu Fuß überwinden: Seit einigen Jahren verkehrt schnell und fast lautlos die „Minimetro“ zwischen den Parkplätzen am Stadion und dem historischen Stadtkern.

Von der Endstation des kuriosen Verkehrsmittels – bei der Minimetro handelt es sich um eine spezielle schienengebundene Seilbahn – geht es mit Rolltreppen weiter. Dann ist es geschafft: Von der letzten Rolltreppe sind es nur ein paar Schritte bis zur Piazza IV. Novembre.
Der Mittelpunkt Perugias bietet mit einem der schönsten Brunnen Italiens, der Fontana Maggiore sowie dem Palazzo dei Priori gleich zwei Highlights.

Über den Corso Vannucci, die Prachtmeile der größtenteils autofreien Altstadt Perugias, geht es von der Piazza IV. Novembre Richtung Süden zur Piazza Italia. Wenn man weiter geradeaus, am Luxushotel Brufani vorbeigeht, gelangt man zu einer spektakulären Aussichtskanzel:
Der Blick geht endlos weit in die umbrische Hügellandschaft.

Tipp: Einen weiteren tollen Rundumblick gibt es oberhalb der Minimetro-Station „Pincetto“. Hier schaut man gen Osten auf das Tibertal und bis nach Assisi am Fuß des markanten Monte Subasio. Die engen und düsteren Gassen Perugias lassen bei Besuchern das „finstere“ Mittelalter wieder lebendig werden, als die Stadt ihre größte Blütezeit hatte. Dass die Stadt viel älter ist, zeigen die etruskischen Stadtmauern und Tore aus vorchristlicher Zeit.

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Assisi – Jetzt sind wir Papst

„Wir sind Papst“, hieß es hierzulande 2005 nach der Wahl des Deutschen Joseph Ratzinger zum Oberhaupt der Katholiken. Heute ist es die Stadt Assisi, die über den derzeitigen Papst Franziskus jubeln kann. Erstmals benannte sich ein Papst nach dem Bettelmönch und Ordensgründer Franz von Assisi, der im Jahr 1226 starb und um den sich in Assisi alles dreht.

Nach dem Motto: „Jetzt sind wir Papst“ freut sich die Kleinstadt über den deutlichen Zuwachs an Besuchern, die ihr Jorge Mario Bergoglio durch die Annahme des Namens „Franziskus“ bescherte. Die vielen Reisebusse, die auf der Fahrt nach Assisi entgegenkommen oder vor einem herzockeln, machen deutlich: Assisi, deren Basilika zusammen mit weiteren Kirchen UNESCO-Welterbestätte ist, ist das umbrische Touristenziel schlechthin.

Natürlich führen alle Pilger- und Touristenströme zur Basilika San Francesco, die aus einer Ober- und einer Unterkirche besteht (Öffnungszeiten Basilika San Francesco: Unterkirche 6 – 19 Uhr, Oberkirche 8:30-19 Uhr (letzter Einlass: 18:45, im Winter bis 18 Uhr, Eintritt frei).

Ausflug zum Trasimenischen See

Einen Zugang zum Meer hat Umbrien zwar nicht, doch der Trasimenische See (Lago Trasimeno) eignet sich als viertgrößter See Italiens (nur die Seen am Alpenrand sind größer) sowohl für Wassersport als auch fürs Badevergnügen. Der See liegt im dünn besiedelten Gebiet im Westen Umbriens und ist vor allem bei Kennern der Klassischen Antike berühmt: Im Jahre 217 vor Christus kam es hier zur Schlacht zwischen Hannibals Truppen und den Römern im Zweiten Punischen Krieg, die die Römer krachend verloren.

Ein Lehrpfad führt von Tuoro aus zum mutmaßlichen Schauplatz der Schlacht und informiert über Einzelheiten (mit schönen Ausblicken auf den Lago). Im Sommer wird das Ereignis sogar von Laienschauspielern für Touristen nachgestellt.

Text: Philipp Schaefer
Bildquelle: pixabay, Google Streetview

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