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Oman: Im Herzen von Salalah

Sonnenuntergang in Oman

Sonnenuntergang in Oman

Unsere erste Tour führt ganz entspannt über eine vierspurige Autostraße ins Herz von Salalah, im Süden von Oman. Riesige Straßenlaternen mit goldenen Lampenschirmen demonstrieren königliche Pracht. Links verläuft eine grüne Silhouette aus Palmenwäldern und Bananenplantagen. Rechts sind im Dunst bizarre Berggipfel zu sehen. Mohammed bremst am ersten Kreisverkehr vor der Innenstadt. In der Mitte erhebt sich ein kleiner Hügel mit einem Turm. Auf dem Rasen davor liegen zwei weiße Antilopen. Ich kann kaum meinen Augen trauen. Sind sie echt? Tatsächlich, sie bewegen sich.

Die Tiere sind eines der vielen Geschenke an die Stadt von Sultan Qabus ibn Said, der am 18. November 1940 in Salalah geboren wurde. Ihm gehören die königlichen Farmen, die als grünes Band am Stadtrand zu erkennen sind, außerdem drei Paläste sowie eine riesige Jacht im Hafen. Er ließ sich in der Hauptstadt Muscat ein eigenes Opernhaus bauen, beschenkt seine engsten Mitarbeiter auch mal mit einem Rolls Royce.

Eigentlich gehört dem Sultan, der für Bayern schwärmt und in Garmisch Partenkirchen ein Hotel besitzt, alles. Er ist noch machtvoller als der benachbarte König von Saudi Arabien, gilt aber als sanftmütig und ist mit 1,1 Milliarden Dollar Privatvermögen einer der reichsten Männer der Erde. Trotzdem wird ihm nichts von den Untertanen geneidet. Denn er lässt seine drei Millionen Osmanis am Wohlstand teilhaben. Sie bekommen zur Heirat Geld und Immobiliengeschenke. Sie brauchen keine Lohn- oder Einkommensteuer zu zahlen. Auch Lebensmittel, Strom, Elektronik oder Autos sind kaum von Steuern belastet und darum billiger als in anderen Ländern. Handys und Autos kosten zum Beispiel etwa ein Drittel weniger als bei uns.

Sultan Qabus kann großzügig sein. Sein Wohlstandsstaat, ist nicht zuletzt der klugen Herrschaft des Sultans zu verdanken, die er nach einem Putsch gegen seinen Vater 1970 übernahm. Viele Untertanen fragen bang: Was ist, wenn er nicht mehr an der Spitze des Staates steht? Angeblich ist die Nachfolge durch einen Verfassungsbeschluss und einen Brief, der drei Tage nach dem Tod des Sultans geöffnet werden soll, geregelt. Vermutlich wird ein Neffe als Kronprinz auserkoren, den der Sultan heimlich „testen“ lässt.

Was es noch über Oman zu wissen gibt, berichte ich in der neuen Ausgabe des Reisemagazins Clever reisen! – Ausgabe 1.16 hier online bestellen.

Text: Wolfgang Polte
Bildquelle: Oman Ministry of Tourism

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