Clever reisen!

Unbekanntes Thailand: Schwarze Löcher

Phang Nga Tham

Phang Nga Tham

Nach gut einer halben Stunde entnehmen wir den Gesten unseres Captains, dass es zwei Möglichkeiten für die Weiterfahrt gibt: Zurück durch den teilweise beleuchteten Tunnel, durch den wir gekommen sind, oder in ein schwarzes Loch hinein. Mit einem fragenden „Okay?“ blickt der Captain zum Tunnel. Sein zweites „Okay?“ gilt der Finsternis. Die Entscheidung liegt ganz offensichtlich bei uns.

Wir diskutieren über Vor- und Nachteile von Bootsfahrten durch unbekannte schwarze Löcher in fremden Ländern. „Nun ja, wenn man schon mal hier ist“, denken wir ahnungslos, und entscheiden uns für das schwarze Loch, das sich umgehend als Eingang zu einer mehrere Hundert Meter langen und sehr engen Passage entpuppt. Wir liegen so flach wie möglich auf dem Boot. Die Strömung nimmt zu, Felsen kratzen an der Bordwand, die Höhlendecke kommt unseren Köpfen gefährlich nah. Nichts für Menschen mit Platzangst oder einer Neigung zu Panikattacken!

Mit „Don’t worry! I am your bodyguard!“ versucht der Captain zu beruhigen. Er hat jahrelange Erfahrung und navigiert durch die Dunkelheit präzise wie eine Fledermaus. Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichen wir das andere Ende der Passage. Im Tageslicht erblicken wir am Ufer eine feixende Menschenmenge. Wer eben noch selbst in einem der Boote gebibbert hat, amüsiert sich nun über die bleichen Gesichter, die im Fünfminutentakt aus der Unterwelt des Berges auftauchen.

Das totale Gegenteil zu Nervenkitzel und Adrenalinstößen bieten die Höhlen der Klosteranlage Wat Tham Phra Phut. Mehrere steile Karstkegel gruppieren sich um die Klostergebäude, wodurch der Ort wie ein verwunschenes Refugium am Ende der Welt wirkt. Leicht zugängliche Grotten in den Felswänden beherbergen eine beachtliche Anzahl von Buddha-Statuen. Ein freundlicher Mönch unterbricht sein Nickerchen, führt uns herum und zeigt uns in der Fotosammlung seines Smartphones Ansichten seiner Lieblingshöhlen.

Thailand hat noch viele weitere unbekannte Orte. Darüber berichte ich in der neuen Ausgabe des Reisemagazins Clever reisen! – Ausgabe 1.16 hier online bestellen.

 

Text: Jürgen Zupancic
Bildquelle: Phang Nga Tham-Lot Tourism

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