Test & Rat

Merry Christmas: Andere Länder – andere Weihnachtstraditionen

WeihnachtstraditionenKratzige Socken oder die alte Kinderkassette: Beim Schrottwichteln gilt es, möglichst sinn- und nutzlose Sachen zu verschenken – und zwar an die Liebsten, die im Gegenzug ebenfalls jemanden mit etwas völlig Absurdem beglücken müssen. Klingt komisch?

Mag sein, doch das Schrottwichteln ist eine beliebte deutsche Weihnachtstradition. Jedes Jahr wichteln Millionen Deutsche im Freundeskreis oder in der Familie und verschenken das, was sie irgendwo im Keller oder auf dem Dachboden finden. Doch nicht nur in Deutschland gibt es solche lustigen weihnachtlichen Rituale, auch viele andere Nationen haben etwas absurde Bräuche.

Spanien: Geschmückte Stämme

Der Weihnachtsmann mag gerne Mandarinen – zumindest, wenn es nach den Katalanen geht. In der spanischen Region besorgen sich die Menschen in der Adventszeit einen Baumstamm, dekorieren ihn mit einer roten Mütze, damit er aussieht wie der Weihnachtsmann. Und der wird dann mit Mandarinenschalen gefüttert. Je mehr Mandarinenschalen der bemützte Baum – auch „Tió de Nadal“ genannt – bekommt, desto mehr Geschenke gibt es an Heiligabend.

Der Hintergrund des Brauchs: Früher war der „Tío de Nadal“ (etwa: Weihnachtsonkel) ein Holzscheit, der im Kamin des Hauses brannte und Wärme für die Feier schenkte. Heute soll er immer noch Wärme und Zuneigung verbreiten – aber vor allem durch Geschenke.

Großbritannien: Die ersehnte Rede
Was wird die Queen sagen? Wird sie ihre Enkel erwähnen? Verliert sie ein Wort über Harry und Meghan? Und laufen vielleicht sogar irgendwann ein paar tobende Urenkel durch das Bild? Die Weihnachtsansprache der Queen ist bei den Briten ein absolutes Pflichtprogramm. Sie schauen sich die Rede alle gemeinsam mit der Familie an und schließen sogar Wetten darauf ab, was die Queen trägt und welche Fotos im Hintergrund stehen.

Während die Monarchin spricht, essen die Leute vor dem Fernseher traditionelle Weihnachtsspezialitäten wie Rosenkohl oder Christmas Pudding, tragen Papierkronen und ziehen an Knallbonbons. Die Geschenke gibt es übrigens erst am nächsten Morgen.

China: Geschenkte Äpfel
Der Heiligabend ist in China ganz klar für Pärchen reserviert: Verliebte verbringen ihn gemeinsam und machen sich einen schönen Abend. Geschenke gibt es natürlich auch: Am Heiligabend gibt es rote Äpfel, indem Glauben, dass sie Glück und Frieden bringen.

‘Apfel‘ heißt übersetzt ‚Ping Guo‘, der Weihnachtsabend ‚Ping An Ye‘. ‚Ping‘ steht dabei für ‚Frieden‘ und ‚Sicherheit‘“. Wichtiger als Weihnachten ist hier aber immer noch das Chinesische Neujahr, das die Menschen sehr groß feiern: Sie schmücken ihre Häuser in verschiedenen Rottönen – Rot gilt ebenfalls als glückbringend – und treffen ihre Familien.

Kanada: Eine leuchtende Rübe
Am Weihnachtsmorgen wird es in Kanada laut – zumindest in der Provinz Nova Scotia. Denn einige der Einwohner dort maskieren sich und ziehen von Haus zu Haus. Dabei machen sie – mit Ketten und Glocken – so viel Lärm wie möglich. So lange, bis sie genügend Süßigkeiten zugesteckt bekommen, um sie von ihrem Umzug abzulenken. Diese Tradition heißt ‚Belsnickeling‘, aber auch in vielen anderen Regionen gibt es eigene Rituale.

In der Provinz Labrador etwa sammeln die Menschen Rüben ein und höhlen sie aus. Sie stellen eine Kerze hinein und schenken sie dann ihren Kindern. Und die Eskimos veranstalten Winterfestivals, auf denen Geschenke überreicht und viel gesungen und getanzt wird. (Quelle: Travelzoo, Bild: depositphotos)