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Hainan – Chinas Hawaii im Check. Vom Fischerort zur Luxusregion

Clever reisen HainanKein Tropenziel ist noch so unbekannt in Deutschland wie die südlichste Insel der Volksrepublik. In 30 Jahren verwandelte sie sich vom armen Fischerort zur Luxusregion. fliegen-sparen ist vorausgereist.

Das ist ein Versprechen: Forever Tropical Paradise, tropisches Paradies für immer – steht auf allen freien Werbeflächen der Insel, an Bussen, Hauswänden und Straßenrändern. Die drei Worte zieren Schmuckanhänger, Visitenkarten und Briefköpfe. Aber bin ich wirklich im Urlaubsparadies?



Die Insel, etwa so groß wie Mallorca, gilt als chinesisches Hawaii, weil sie auf dem gleichen Breitengrad wie das amerikanische Traumziel liegt und darum ähnliches Klima und ähnliche Vegetation hat. Doch Hainans Strände sind länger – 1528 Kilometer Küste heißt es im offiziellen Reiseführer.19 Buchten von lebhaft bis still gibt es zu Auswahl. Auf vierzig vorgelagerte Miniinseln können Ausflüge gemacht werden.

Es gibt angeblich mehr Sonnentage – rund 300 – und besseren Service als auf den US-Inseln. Vor allem die deutschen Gäste schätzen, dass nicht für jeden Service Trinkgeld gezahlt werden muss wie in den Vereinigten Staaten. Das wird sogar oft zurückgewiesen. „Es ist mein Job, alles für Sie zu tun“, sagt Celia, die schöne und immer lächelnde Rezeptionistin im Mariott-Hotel der Urlaubstadt Sanya und gibt mir diskret den 50- Yuang-Schein zurück. Ihr Lächeln ist nicht aufgesetzt, sondern kommt von Herzen. Celia winkt mir schon von weitem zu, wenn ich die Lobby betrete, die größer als die Bahnhofshalle von Düsseldorf ist.

Die Chinesen staunen selbst, was in den vergangenen dreißig Jahren auf Hainan entstand. Es ist eine Mischung aus Hawaii, Dubai, Florida, Phuket, Bali und den Seychellen, nur sauberer, gepflegter und weniger von Nepp geprägt als die konkurrierenden Tropenziele. Chinesen gelten nicht zu Unrecht als Meister im kopieren. Sie haben viel von der Konkurrenz abgeguckt. Oft ist das Nachgemachte besser als das Original.

Dubai wird am deutlichsten sichtbar durch das im Mai eröffnete gigantische „Atlantis-Resort“, mit riesigen Wasserrutschen und Pools, Unterwassersuiten und einem gigantischen Aquarium, in dem rund 86 000 Tiere schwimmen, darunter Haie, Rochen und Tropenfische in allen Farben. Über der Erde ragt ein Wolkenkratzer-Hotel in den Himmel, das dem berühmten „Burj al Arab“ in den Emiraten gleicht. Alles liegt, nicht wie im arabischen Emirat, in einer kahlen, meistens zu heißen Wüstenzone, sondern umgeben von immerwährendem Grün, Regenwald und angenehmen Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad.


Das Ende der Welt
Am südlichen Zipfel der Insel, dem Strand von Tianya Haijodo, beeindruckt vor allem die Natur. Granitfelsen stehen dekorativ am fast goldenen Sandstrand wie auf den Seychellen. Im Park davor blühen Büsche und Orchideen. Der Strand wirkt wie frisch gefegt. Doch nur wenige Touristen gehen ins 27 Grad warme türkisblaue Wasser. Chinesen können meistens nicht schwimmen und schrecken vor der kleinsten Welle zurück.

Hier rauscht eine kleine Brandung und es weht immer ein frischer Wind. „Ende der Welt“ nennen die Einheimischen das kleine Naturschutzgebiet. Jeden Abend kommen dutzende Hochzeitpaare zum Fotoshooting, weil das „Ende der Welt“ gleichzeitig ein Ort des immerwährenden Glücks sein soll. Eine manchmal sechsspurige Autobahn führt von Sayna in knapp dreißig Autominuten in Richtung „Weltende“ und zum Shopping.

Auf dem Weg liegt das größte Duty-Free-Center der Erde mit rund 300 Geschäften, in denen nicht immer alles günstig ist. Preiswert-Einkaufspassagen in Form einer riesigen Ananas und quirlige Billig-Basare wie in Bangkok stehen in der Innenstadt von Sanya zur Auswahl. Dort gibt es das T-Shirt noch für umgerechnet zwei Euro, die Pediküre für drei Euro und die dreireihige Perlenkette (aus feingemahlenem Muschelmehl gepresst) für fünf Euro. Hainan wird auch die Perlen-Insel genannt, weil sie die rundliche Form einer Perle hat. (Bildrechte: W.Polte)

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