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Guilin – im Land der Karstberge: Eine der schönsten Landschaften Chinas

Guilin - ChinaAm ersten Morgen in Guilin trauen wir unseren Augen kaum. Eine Fatamorgana auf der schönen Promenade entlang des Flusses oder doch Wirklichkeit? Im Schutze weit ausladender Bäume tanzen dutzende chinesische Paare ausgelassen Tango und nichts als Tango. Es ist Sonntagmorgen in Guilin und die Welt scheint Kopf zu stehen.

Auf Hundert Meter oder mehr sind die Grüppchen der Tänzer über die gesamte Breite des Fußweges verteilt. Lebhaft wird befragt und beraten, schwungvoll posiert und probiert. Und sobald die europäischen Langnasen des Weges kommen, steigert sich der Spaß zu Feuereifer. Auch als wir endlich weiter ziehen, bleibt der erste Spaziergang durch die Stadt überraschend. Im weiteren Verlauf sind es allerdings die Ausblicke, die uns faszinieren.

Zur Ankunft am Vorabend war es bereits dunkel. Doch bei Tage scheinen die unzähligen Gipfel der Kegelberge herunterzuwinken, die Guilin wie freundliche Wächterriesen umstehen. Geologisch gesehen liegt die Stadt inmitten eines großflächigen Gebietes aus tropischem Kegelkarst.

In die Touristensprache übersetzt heißt das, unzählige Berge in Form des berühmten Zuckerhutes von Rio soweit das Auge reicht. Und mitten durch diese ganze exotische Pracht schlängelt sich ein smaragdgrüner bis schlammbrauner Fluss namens Li. An dessen Ufern liegt auch Guilin. Die für chinesische Verhältnisse eher kleine Stadt zählt „nur“ rund 1 Millionen Einwohner.




Landesweit berühmt ist sie als idealer Ausgangspunkt zu einem einmaligen Erlebnis: Die Bootsfahrt auf dem Li-Fluss. Der Abschnitt zwischen Guilin und der Stadt Yangshuo, in dem die meisten Bootsfahrten enden, heißt „Das Bilderbuch der Hundert Meilen“. Es ist den Chinesen mindestens so teuer, wie den Deutschen der Felsen der Lorelei – und noch dazu mit unendlich viel mehr Mythen beladen. Das zieht natürlich auch die neue chinesische Mittelschicht in Heerscharen auf den Li-Fluss.

Auf und am Wasser
Tagtäglich treibt ein Konvoi von Booten stromabwärts. Europäer sind vielleicht anfangs etwas über den chinesischen Hang zur Gruppenaktivität selbst noch auf dem Wasser verwundert. Doch schnell wird es besinnlich. Schon nach wenigen Kilometern sind die Boote zu weit voneinander entfernt, um noch zu stören. Ganz im Gegenteil. Sie werden selbst zu pittoresken Motiven in der Flusslandschaft.

Die häufig dunstverhangenen Bergkegel bilden hinter jeder Biegung des Flusses wieder eine völlig andere Szenerie. Spätestens wenn die Fischer auf Bambusflößen auftauchen, ist die Zeitreise
perfekt. Das Fischen mit Hilfe abgerichteter Kormorane ist vielleicht nichts für Zartbesaitete – jedoch in seiner jahrtausende alten Form – ist es ein faszinierendes Stück Kulturgeschichte. Mit einem Band um den langen Hals der schönen Vögel wird verhindert, dass sie ihre Beute verschlingen können. Kehren sie auf den Arm ihres Besitzerszurück, kann der den Fisch aus dem oberen Teil des Schlundes ziehen. (Bild: depositphotos)

Den ausführlichen Bericht findet ihr in der aktuellen Clever reisen! Ausgabe 4/19.

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